1. AKT / 1. BILD – Eine Strasse am Wolgaufer in der Stadt Kalinov, gegenüber
dem Haus der Kaufmannswitwe Kabanicha.
Drei Männer umlungern das Haus: der Kaufmann Dikoj, sein Neffe Boris und sein Angestellter Kudrjasch. Der Lehrer und Umweltaktivist Kuligin sammelt Stimmen zum Schutz der Landschaft des Wolgatals. Der in Moskau aufgewachsene, noch nicht volljährige Boris erzählt Kuligin, wie es ihn hierher in die Provinz in die Abhängigkeit seines Onkels Dikoj verschlug. Da von dessen Wohlwollen die Auszahlung seines Erbes abhängt, glaubt er, dessen Schikanen ertragen zu müssen. Zu allem Übel hat er sich nun auch noch in eine verheiratete Frau verliebt: in Katja Kabanova.
Die Familie Kabanov kommt aus der Kirche: nach der Magd Glascha, die die behinderte Fekluscha betreut, erscheinen die Kaufmannswitwe Kabanicha, ihre Pflegetochter Warwara, ihr Sohn Tichon und seine Frau Katja. Es gibt Streit: die Kabanicha macht ihrem Sohn Tichon Vorwürfe, dass er sie seit seiner Heirat mit Katja nicht mehr liebe.
1. AKT / 2. BILD – Im Hause Kabanov.
Katja schildert Warwara die Träume und Schwärmereien ihrer Mädchenzeit. Dabei gerät sie in einen Angstzustand und quält sich mit religiösen Schuldgefühlen. Warwara gelingt es, Katja zu beruhigen und ihr das Geständnis zu entlocken, dass sie einen anderen Mann als ihren Ehemann liebt.
Auf Wunsch seiner Mutter bricht Tichon zum Markt nach Kasan auf. Katja fleht ihn an, sie mitzunehmen oder dazubleiben. Als er dies ablehnt, verlangt sie von ihm, ihr einen Eid abzunehmen, dass sie keinen anderen Mann anschauen, an keinen anderen denken werde als an ihn.
Die Kabanicha mahnt zum Aufbruch und erzwingt der Sitte gemäß das Abschiedsritual.
2. AKT / 1. BILD – Im Hause Kabanov, Abend.
Die Kabanicha tadelt Katja dafür, dass sie die Abreise Tichons nicht gebührend betrauere, und zieht sich zurück. Warwara steckt Katja den Schlüssel zur Gartenpforte zu, um ihr ein Treffen mit dem Geliebten zu ermöglichen. Katja will den Schlüssel wegwerfen, doch als sie Stimmen im Nebenzimmer hört, versteckt sie ihn. Sie weiß jetzt, dass Boris ihr Schicksal ist und ihr Tod.
Der verheiratete Dikoj verbringt die Nacht bei der Kabanicha.
2. AKT / 2. BILD – Am Wolgaufer, Nacht.
Kudrjasch erwartet Warwara. Da erscheint Boris zum Rendezvous mit Katja, zu dem ihn Warwara unerkannt geladen hat. Kudrjasch warnt ihn davor, eine verheiratete Frau ins Verderben zu stürzen.
Während sich Warwara und Kudrjasch lieben, erscheint Katja. Sie macht Boris die heftigsten Vorwürfe. Dann übernimmt sie die Verantwortung für ihre Entscheidung und ihr Tun. Sie führt Boris an die Wolga.
3. AKT / 1. BILD – An der Strasse, zehn Tage später, an einem Feiertag.
Menschen suchen Schutz vor einem aufziehenden Gewitter. Dikoj wirft Kuligin, der sich für die Anbringung von Blitzableitern engagiert, Gotteslästerung vor, da er Blitze als elektrische Entladungen und nicht als Zeichen von Gottes Zorn betrachtet.
Warwara warnt Boris: Katja geht nach Tichons Rückkehr wie im Wahnsinn umher.
Als das Gewitter sich in Donner und Blitz entlädt, bekennt Katja sich vor Tichon, Kabanicha und der versammelten Gemeinde als Ehebrecherin: Alle zehn Nächte von Tichons Abwesenheit hat sie mit Boris verbracht. Der Sturm treibt alle auseinander.
3. AKT / 2. BILD – Am Wolgaufer.
Tichon und Glascha suchen Katja. Warwara und Kudrjasch fliehen nach Moskau, um sich den Schikanen der Kabanicha und Dikojs zu entziehen. Katja hat ihr Geständnis nicht erleichtert. Die Menschen behandeln sie wie eine Aussätzige. Sie wünscht sich den Tod. Sie sieht Boris ein letztes Mal: auf Geheiß seines Onkels muss er nach Sibirien. Katja schickt ihn fort. Sie sehnt sich nach dem Frieden der Natur und stürzt sich in die Wolga. Die Rettung kommt zu spät. Tichon beschuldigt seine Mutter, Katja getötet zu haben. Dikoj kommt mit der Leiche. Die Kabanicha bedankt sich bei ihm und den Leuten für ihre Dienste.