ERSTER AKT
In Konstanz, an einem Feiertag. Der jüdische Goldschmied Eléazar geht seiner Arbeit nach, gegen den Wunsch seiner Tochter Rachel.
Albert, Sergeant der Wache, trifft auf Fürst Léopold. Dieser hat als Führer der katholischen Truppen die ketzerischen Hussiten vernichtend geschlagen. Zu Alberts Überraschung will er inkognito bleiben.
Der Amtmann Ruggiero verkündet dem Volk ein Fest zur Feier des Sieges. Als aus Eléazars Werkstatt das Geräusch von Hammerschlägen dringt, lässt Ruggiero ihn festnehmen. Eléazar erklärt, als Jude nicht an die christlichen Feiertagsgesetze gebunden zu sein; zudem habe er seine Söhne auf christlichen Scheiterhaufen verloren. Ruggiero will ihn zur Hinrichtung abführen lassen als Kardinal Brogni erscheint. Eléazar kennt Brogni aus Rom: vor vielen Jahren war er dort Richter gewesen und hatte Eléazar aus der Stadt verbannt. In den geistlichen Stand war Brogni erst getreten, nachdem er bei einem Brand Frau und Tochter verloren hatte. Heute soll er in Konstanz das Konzil zur Einigung der Christenheit eröffnen. Eléazar wird von Brogni begnadigt, da dieser hofft, die Juden durch Milde und nicht durch Strenge für den christlichen Glauben zu gewinnen.
Léopold bringt Rachel ein Ständchen. Er hat sich ihr gegenüber als jüdischer Maler Samuel ausgegeben und ein Verhältnis mit ihr angefangen. Sie lädt ihn für den Abend in das Haus ihres Vaters zur Pessachfeier ein.
Während die weibliche Stadtbevölkerung den Maskenzug vorbereitet, erfreut sich die männliche am Wein, der statt Wasser aus den Brunnen fließt.
Rachel möchte das Maskentreiben in Begleitung ihres Vaters beobachten; dabei werden sie von Ruggiero auf den Stufen der Kirche entdeckt. Er fordert alle auf, die Händler nach Christi Vorbild aus dem Tempel zu jagen, woraufhin die angetrunkene Volksmenge die Juden im Bodensee ertränken will. Da stellt sich der als Jude verkleidete Léopold schützend vor Rachel. Albert erkennt ihn als einziger. Zum Staunen aller befiehlt er der zur Festnahme der Juden herbeigeeilten Wache, das Leben der bedrohten Juden zu schützen.
Der Festzug beginnt.
ZWEITER AKT
Im Hause Eléazars wird das Pessachfest begangen. Rachel beobachtet, wie Samuel (alias Léopold) das ihm angebotene Stück ungesäuerten Brotes zu Boden fallen lässt. Als es klopft verbirgt sich die kleine Gemeinde, Eléazar geht zur Tür. Es ist Eudoxie, die Frau Léopolds, die einen Schmuck kaufen möchte, den sie ihrem Gemahl zur Feier seines Sieges überreichen will. Eléazar verpflichtet sich, die Ketten am nächsten Tag bei ihr abzugeben. Nach dem Weggang der Gäste wartet Rachel voll böser Ahnung auf die Rückkehr Samuels, dem sie ein heimliches Treffen zugesagt hat. Als er kommt, stellt sie ihn zur Rede. Er gesteht, dass er Christ ist. Das Gesetz ahndet die Liebe zwischen einem Christen und einer Jüdin mit dem Tod. Sie entscheiden sich zur gemeinsamen Flucht. Eléazar tritt ihnen in den Weg. Als er erfährt, dass der Verführer seiner Tochter Christ ist, will er ihn töten. Rachel fleht im Namen ihrer Mutter, die sie nie gekannt hat, um sein Leben: Eléazar möge ihn im jüdischen Glauben unterweisen. Als Eléazar endlich bereit ist, ihn als Schwiegersohn zu akzeptieren, wird der verheiratete Léopold seiner Verstrickung inne und entzieht sich durch Flucht.
DRITTER AKT
Eudoxie hat für die Siegesfeier zu Ehren ihres Mannes ein Ballett einstudiert, in dem sie selbst die Hauptrolle spielt. Rachel ist Léopold heimlich gefolgt. Sie lässt dich von Eudoxie in der Rolle der „Sklavin“ besetzen. So will sie Klarheit über Léopolds Identität und seine Verbindung zu Eudoxie gewinnen.
Die Siegesfeier beginnt. Auf ihrem Höhepunkt legt Eudoxie ihrem Mann die von Eléazar gebrachte Kette um. Da tritt Rachel dazwischen und klagt Léopold des Verhältnisses mit ihr, einer Jüdin an. Kardinal Brogni spricht den Kirchenbann über Léopold und verflucht die beiden Juden.
VIERTER AKT
Eudoxie beschwört die eingekerkerte Rachel, ihre Aussage zurückzunehmen und dadurch das Leben ihres Mannes zu retten. Auch Kardinal Brogni sucht die todesbereite Rachel auf. Er verspricht der jungen Frau, zu der er eine starke Neigung empfindet, seine Hilfe. Dazu versucht er, ihren Vater zur Konversion zu überreden, Bedingung für beider Überleben. Eléazar lehnt empört ab. Doch mit seinem Tod werde er sich an einem Christen rächen: an Brogni, dessen neugeborene Tochter in jenem Brand vor Jahren nicht umgekommen sondern von einem Juden gerettet worden und am Leben sei. Verzweifelt beschwört ihn Brogni, deren Aufenthaltsort zu nennen, Eléazar verweigert aber jede weitere Auskunft und weidet sich an Brognis Qualen.
Allein zurückgeblieben erinnert sich Eléazar, wie ihm Brognis Kind von Gott anvertraut wurde. Sein ganzes Leben war Rachels Wohlergehen gewidmet. Seinem Christenhass will er Rachel nicht opfern: Er schwört seiner Rache ab. Doch als er das Pogromgeschrei in den Strassen hört, das alle Juden auf den Scheiterhaufen wünscht, glaubt er zu verstehen, was Gott von ihm verlangt: gemeinsam mit seiner Tochter im Tode Zeugnis abzulegen für den Gott Israles.
FÜNFTER AKT
Das Volk freut sich auf die öffentliche Hinrichtung der Juden: sie sollen in einen Kessel mit kochendem Wasser gestoßen werden.
Ruggiero verliest das Urteil. Nur die beiden Juden sind zum Tode verurteilt, Léopold wurde begnadigt. Eléazar protestiert vergeblich: seine Tochter hat ihre Beschuldigung bereits dementiert und bezichtigt sich nun öffentlich der Verleumdung.
Eléazar gelingt es auch angesichts seines bevorstehenden Todes nicht, Rachel die Wahrheit über ihre Herkunft zu sagen. Stattdessen macht er sie auf die Möglichkeit aufmerksam, durch Annahme der Taufe begnadigt zu werden. Sie weist dieses Ansinnen von sich.
Brogni fleht Eléazar an, ihm den Verleib seiner Tochter zu verraten, was dieser auch tut – im Augenblick ihrer Hinrichtung.