Nach Agamemnons Rückkehr aus dem Trojanischen Krieg wurde er von seiner Frau Klytämnestra und ihrem Liebhaber Aegisth im Bade erschlagen. Die beiden Töchter Elektra und Chrysothemis wurden fortan wie niedrigste Dienerinnen gehalten. Der Bruder Orest wurde als Kind nach der Bluttat vorsorglich vom Königshof entfernt.
In Mykene unterhalten sich fünf Mägde über die bedrückende und zugleich explosive Situation am Hof. Die Königstochter Elektra wird von ihnen verhöhnt, weil sie sich wie ihresgleichen halten lässt. Nur die Jüngste ergreift für Elektra Partei und wird von den anderen dafür geschlagen.
Wieder beschwört Elektra die Vision der Ermordung ihres geliebten Vaters Agamemnon. Rache zu nehmen an seinen Mördern, ihrer Mutter Klytämnestra und Aegisth, ist ihr einziger Lebensinhalt. Sie wartet auf die Rückkehr ihres Bruders Orest.
Die jüngere Schwester Chrysothemis warnt Elektra davor, dass Klytämnestra sie einsperren will. Chrysothemis beschwört Elektra, sich mit den Verhältnissen zu arrangieren und ihren Hass aufzugeben, der beide zu Gefangenen macht. Mit ihrem ungebrochenen Willen zum Leben ist Chrysothemis der Schwester verhasst, sie weist sie von sich.
Geplagt von Alpträumen lässt Klytämnestra erneut ein Opfer bringen. Sie sucht Elektras Rat, welches Tier noch zu schlachten sei, damit sie Ruhe fände. Elektra orakelt über ein Menschenopfer. Fast hat sie mit dem desolaten Zustand ihrer Mutter Mitleid; dass Klytämnestra aber Aegisth nicht aufgeben will, entfacht ihre Rachsucht umso heftiger: Klytämnestras eigenes Blut will Elektra fließen sehen. Da wird die Nachricht überbracht, dass Orest gestorben sei. Klytämnestra triumphiert.
Elektra ist entschlossen, mit Hilfe der Schwester das Werk der Rache selbst zu vollbringen. Doch Chrysothemis entzieht sich Elektras suggestiver Verführung zur Gewalt. Elektra verflucht sie und scharrt nach dem vergrabenen Beil, der Mordwaffe. Ein Fremder erscheint; er bezeugt Elektra den Tod des Orest. Aus ihrer Verzweiflung hört der Fremde die Stimme des gemeinsamen Blutes. Er selbst ist Orest. Die Geschwister erkennen einander.
Orest ist gekommen, die ihm auferlegte Tat zu tun: er ermordet seine Mutter. Ihr Todesschrei lässt die Mägde zusammenlaufen. Von einem Diener geholt, kommt Aegisth, um sich den Tod des Orest bestätigen zu lassen. Elektra weist ihm den Weg. Auch er wird von Orest getötet.
Chrysothemis feiert den Doppelmord als Tat ihrer Befreiung. Elektra erkennt ihre Rolle im Spiel der Gewalt und bricht zusammen. Auf Orest, dem neuen Diktator, lastet die Schuld des Muttermordes.