PROLOG – DIE GEBURT DER KOMÖDIE
Eine Party-Gesellschaft. Der Dichter Thespis schläft seinen Rausch aus. Ein Satyr versucht ihn zu wecken, damit er die Feiernden mit neuen Songs unterhält. Als Thespis – vom Wein inspiriert – droht, in seinen Liedern sämtliche Geheimnisse auszuplaudern, versucht man vergeblich, Thespis zum Weiterschlafen zu überreden. Der Reihe nach treten Thalia (die Theaterkunst), Momus (der Narr), und Amor (die Liebe) auf den Plan: Ohne sie könne keine Komödie entstehen. Gemeinsam wollen sie ein neues Spektakel kreieren, das nicht nur die Fehler der Menschen, sondern auch die der Götter anprangert. Alle huldigen Bacchus.
ERSTER AKT
Verwandlung – die Komödie beginnt: Der Satyr nimmt die Gestalt von Cithéron an, König des Kithairon-Gebirges. Er beklagt die fortwährenden Unwetter, die Hänge und Felder verwüsten. Thespis, der sich in Merkur, den Götterboten verwandelt hat, kennt die Ursache des Donnerwetters – Junos Eifersucht. Um Junos Zorn zu besänftigen, hecken sie gemeinsam einen Plan aus: Jupiter soll eine Hochzeit mit einer anderen Frau vortäuschen, deren Unwürdigkeit Juno die Grundlosigkeit ihrer Eifersucht vor Augen führt. Merkurs Sorge, dass sich Jupiter tatsächlich neu verlieben könnte, zerstreut Cithéron: von der hässlichen Sumpfnymphe Platée, die er für seinen Streich auserkoren hat, habe sich Amor längst abgewandt.
Platée macht sich Hoffnungen, dass Cithéron in sie verliebt sei. Als dieser sich ihr nähert, glaubt sie, dass Amor sie endlich erhört habe und versammelt die Bewohner ihres Reiches zum Freudentanz. Cithéron und Merkur verkünden ihr jedoch, dass Jupiter selbst sich auf dem Weg zur Erde befinde, angelockt von ihren Reizen. Platée begrüßt jubelnd das sich nähernde Gewitter: Durch ihre Tränen erhöhe die verlassene Juno ihren, Platées Triumph und vergrößere das feuchte Reich der Sumpfnymphen. Platées Freundin Clarine stimmt ein Lied an, in dem sie die Sonne auffordert, sich für immer zurück zu ziehen.
ZWEITER AKT
Um Zeit zu gewinnen, hat Merkur Juno auf eine falsche Fährte gesetzt. Jupiter erscheint in einer Wolke. Als Platée es wagt, sich dieser zu nähern, erscheint ihr Jupiter in Gestalt eines Esels. Sie lässt sich von der Verkleidung nicht täuschen und schmachtet ihn an. Da verwandelt sich Jupiter in einen Vogel und entfliegt. Platée ist verzweifelt, da erscheint Jupiter ihr erneut in einem prächtigen, von Juno gezogenen Wagen. Er verspricht, sich nur noch mit Platée der Liebe widmen zu wollen. Bis zur Hochzeit soll Momus sie mit einem Fest unterhalten. Momus’ Gefolge huldigt Platées Schönheit mit einem spöttischen Lied. Überraschend erscheint Amor in Gestalt von La Folie, der Torheit. Sie hat Apollo die Leier gestohlen und zeigt, wie virtuos sie Freude in Leid und Leid in Freude verkehren kann. Sie animiert die Festgesellschaft, einen Hymnus auf die Ehe anzustimmen, durch die Jupiter Platée als seine neue Juno krönen will. Platée ist eifersüchtig auf die Aufmerksamkeit, die der Torheit zuteil wird. Jupiter besänftigt sie durch das Geschenk eines Rings.
DRITTER AKT
Juno ist rasend und lässt ihre Wut an Merkur aus, dessen Ablenkungsmanöver sie durchschaut hat. Merkur versichert ihr, dass Jupiter ihr treu sei und sie sich bis zum Beweis nur noch ein wenig gedulden müsse. Platée erscheint im Brautkleid. Sie vermisst Hymen, den Schutzgott der Ehe, und Amor – wenigstens einer von beiden sei notwendig zu ihrem Glück. Tänze verzögern den Beginn der Hochzeitszeremonie und Platées Ungeduld wächst. Statt Hymen und Amor erscheinen schließlich der verkleidete Momus und die Torheit. Sie hält noch immer Apollos Leier in Händen, mit der sie nun Amors Pfeile auf die Festgesellschaft abfeuert. Neue Hochzeitsgäste, Tänze und Preislieder zögern die Eheschließung weiter hinaus. Schließlich wird auch Jupiter ungeduldig. Kurz bevor er sein Ehegelöbnis spricht, erscheint Juno. Sie reißt Platée den Schleier herunter und bricht in furchtbares Lachen aus, in das alle einstimmen. Gedemütigt bleibt Platée allein zurück.