I. AKT — DIE LIEBE
Ein Dorf in den Alpen an einem kühlen Aprilmorgen. Die Dorfbewohner, darunter Laura und Vater Miller, ein pensionierter Offizier, gratulieren Luisa zu ihrem Geburtstag. Luisa wartet insgeheim auf den Jäger Carlo, den sie liebt. Als Carlo plötzlich vor ihr steht, ist ihr Glück vollkommen. Miller hat düstere Vorahnungen.
Als die Glocken zum Gottesdienst rufen, strömt alles in die Kirche, nur Miller und Wurm, der Schlossverwalter des Grafen, bleiben zurück. Wurm ist eifersüchtig. Er fordert von Miller Luisa zur Frau, schon vor einem Jahr hat er um ihre Hand gebeten. Miller verweigert es sich einzumischen und betont sein Ideal von liebender Vaterschaft und freier Gattenwahl. Wurm enthüllt ihm daraufhin Carlos wahre Identität: Carlo ist eigentlich Rodolfo, der Sohn des Grafen Walter! Voll Wut und Angst vor der Entehrung seiner Tochter bleibt Miller zurück.
Wurm hat dem Grafen von Rodolfos Liebe zu Luisa berichtet. Walter jedoch plant die Vermählung seines Sohnes mit der Herzogin Federica von Ostheim, einer Jugendfreundin Rodolfos, die, inzwischen verwitwet, über beste Beziehungen zum Hof verfügt. Ihre Ankunft steht unmittelbar bevor. Walter ist voller Wut über den Undank seines Sohnes, der seine machtpolitischen Vorhaben zu durchkreuzen droht.
Walter teilt Rodolfo mit, ihm eine ideale Braut gefunden zu haben: Federica selbst habe ihm gestanden, schon von Jugend an in Rodolfo verliebt zu sein. Rodolfo versucht, seinem Vater von seinen Gefühlen für Luisa zu erzählen, doch da erscheint bereits Federica mit großem Gefolge. Nach der feierlichen Begrüßung lässt Walter Rodolfo mit Federica allein.
Federica beschwört Erinnerungen an das Glück ihrer gemeinsamen Jugend. Rodolfo stimmt zunächst ein – und gesteht ihr dann, dass er sie nicht heiraten kann, da er eine andere liebt. Rasend vor Zorn und Eifersucht verweigert Federica ihm jedes Verständnis.
Es findet eine von Walter organisierte Jagd statt. Luisa wartet auf Carlo. Da enthüllt Miller der ungläubigen Luisa die wahre Identität ihres Geliebten. Rodolfo kommt hinzu. Er versichert Luisa der Reinheit seiner Liebe und verspricht ihr die Ehe. Luisa und Miller fürchten den Grafen – der plötzlich selbst erscheint. Walter beschimpft Luisa als Hure, Miller sieht seine Ehre beleidigt und warnt Luisa, sich
nicht vor dem Grafen zu erniedrigen, Rodolfo verteidigt seine Liebe. Walter ruft seine Soldaten, um Luisa und Miller festzunehmen, die Dorfbewohner strömen herbei. Fast scheint es, als habe Walter gesiegt, da droht Rodolfo ihm heimlich, zu offenbaren wie Walter an die Macht gekommen ist. Walter lässt Luisa frei.
II. AKT — DIE INTRIGE
Die Dorfbewohner berichten Luisa von der Festnahme Millers durch den Grafen. Luisa will zum Schloss, wird jedoch durch den eintretenden Wurm zurückgehalten. Wurm stellt Luisa die Situation ihres Vaters vor Augen: Eingekerkert wegen Beleidigung des Grafen droht ihm die Todesstrafe. Doch Luisa könne ihn retten: Wurm diktiert ihr einen Brief, in dem sie ihre Liebe zu Rodolfo für falsch erklärt und Wurm, ihren eigentlichen Geliebten, zur gemeinsamen Flucht auffordert. Voller Verzweiflung, das Schicksal ihres Vaters vor Augen, schreibt Luisa schließlich den Brief. Außerdem fordert Wurm von ihr, das Geschriebene vor Federica selbst zu bestätigen.
Wurm berichtet Walter von seinem Erfolg bei Luisa und fragt ihn nach dem Grund für sein plötzliches Nachgeben bei der Verhaftung. Gemeinsam erinnern sich Wurm und Walter ihres Verbrechens, dem Mord am vorherigen Grafen, wodurch Walter erst an die Macht kam. Wurm erfährt, dass Rodolfo vom sterbenden Grafen die Namen der Mörder erfahren hatte und so um ihr Geheimnis weiß.
Federica kommt hinzu. Walter beruhigt sie: Rodolfo werde bald von seiner Liebe geheilt sein, da Luisa ihn hintergangen habe. Luisa wird von Wurm hereingeführt.
Bedroht von Wurm und Walter versichert Luisa, dass sie Rodolfo nie geliebt hat, sondern Wurm. Federica ist selig, Luisa vergeht vor Qual, Walter und Wurm frohlocken.
Ein bestochener Bote hat Rodolfo Luisas Brief überbracht. Rodolfo ist fassungslos und verzweifelt über Luisas Verrat. Er ruft Wurm und will sich mit ihm duellieren, beide sollen sie sterben – doch Wurm entflieht. Walter gibt nun vor, nachzugeben und in eine Heirat mit Luisa einzuwilligen. Rodolfo berichtet von Luisas Betrug, Walter rät ihm, aus Rache Federica zur Frau zu nehmen.
III. AKT — DAS GIFT
Luisa schreibt einen Brief. Laura und die Frauen aus dem Dorf sind betroffen über Luisas Schmerz. Um sie zu schonen, verschweigen sie ihr die Trauung von Rodolfo und Federica, die gleich beginnen soll. Miller kommt, aus der Gefangenschaft entlassen.
Luisa bittet ihren Vater, Rodolfo den Brief zu geben. Miller liest und begreift, dass Luisa vorhat, sich umzubringen. Entsetzt hält er ihr vor, was sie ihm damit antun wird. Luisa zerreißt den Brief und schlägt Miller vor, sobald der Morgen dämmert zu fliehen. Bis dahin soll der Vater sich ausruhen. Miller ist glücklich und malt sich mit Luisa ihre gemeinsame Zukunft aus.
Luisa betet. Plötzlich steht Rodolfo im Raum. Er fragt, ob sie den Brief an Wurm geschrieben habe, sie bestätigt. Er bittet sie um etwas zu trinken, sie reicht ihm ein Glas, in das er vorher heimlich Gift gegossen hat. Er lässt auch Luisa trinken.
Angesichts des Todes befreit von ihrem Eid offenbart Luisa ihm die Wahrheit über den erzwungenen Brief. Luisa stirbt. Sterbend verflucht Rodolfo seinen Vater.
Zurück bleiben Walter und Miller an den Leichen ihrer Kinder.