Südwestpresse
Die Südwestpresse schrieb anlässlich dieser zweiten Stuttgarter Regiearbeit der 1996 verstorbenen, zu Lebzeiten heftig umstrittenen und heute legendären Regisseurin Ruth Berghaus: "Die Inszenierung wahrt, wie alle entschieden radikale Kunst, ihr Geheimnis und gibt der ‚Traviata' ein neues Geheimnis hinzu. [...] Einer so abgespielten Oper kann gar nichts besseres passieren, als dass sie einem fremden, befremdlichen Blick und Kälteschock ausgesetzt wird. [...] Wie virtuos die große Ruth Berghaus Konflikteb und Ambivalenzen auszuinszenieren vermochte, lehrte das Spielsaal-Bild mit seiner Quasi-Choreografie der rhythmisch mit ihren Karten schlagenden Gästen und dem fast tangohaften Anziehungs-Abstoßungs-Pas-de-deux von Violetta und Alfredo, der der scheinbar abtrünnigen Geliebten in innigster Haßliebe Preisschilder anmontiert."
Cannstatter Zeitung, 19.07.2011
„Den stärksten Eindruck hinterlässt jedoch Tito You in der Rolle des Vaters Germont. Er ist ein Prachtbariton mit viel Italianità im Timbre, dem ein weit gefasstes dynamisches Spektrum ebenso zur Verfügung steht wie eine große Klangfarbenpalette. Die nutzt You für ein eindringliches Porträt dieses Mannes, das auch die Sorgen eines Vaters hörbar macht.“
Der neue Merker, 18.07.2011
„Der Staatsopernchor war auf gewohnt vollem Posten, dem Staatsorchester Stuttgart gelang es unter der feinsinnigen Leitung des steil aufstrebenden Kolumbianers Andrés Orozco-Estrada, einen Verdi weitab von der in deutschen Häusern so metallisch fetten Dresch-Manier zu realisieren. Bereits das dosiert abgestufte Vorspiel gab einen Hinweis auf die kommenden zwei Stunden: ein angenehm leicht schwingendes und moussierendes Trinklied, maßvolle Begleitfiguren, spannend aufgebaute Duett- und Ensemble-Steigerungen. Verdi mit Geschmack und viel Seele.“