Informationen
Opernhaus
Premiere
22. Januar 2012
Dauer
I. Akt: ca. 1 Std. 30 Min.
Pause (nach dem I. Akt): ca. 30 Min.
II. Akt: ca. 1 Std.
Aufführungen, Besetzung, Kartenverfügbarkeit
Januar 2012
22.01.2012 18:00 - 21:15 Uhr | Besetzung
- / - / - / - / - / - / - / 100 / 116 €
25.01.2012 19:00 - 22:15 Uhr | Besetzung
- / 15 / 21,50 / 32 / 42 / 53 / 65 / 78 / 91 €
28.01.2012 19:00 - 22:15 Uhr | Besetzung
- / - / - / - / - / - / - / - / - €
Februar 2012
03.02.2012 19:30 - 22:45 Uhr | Besetzung
- / - / - / - / - / 63 / 78 / 94 / - €
05.02.2012 18:00 - 21:15 Uhr | Besetzung
- / - / - / - / - / 63 / 78 / 94 / 109 €
22.02.2012 19:00 - 22:15 Uhr | Besetzung
- / - / - / - / - / - / - / - / - €
März 2012
03.03.2012 19:00 - 22:15 Uhr | Besetzung
- / - / - / - / - / - / - / - / - €
06.03.2012 19:30 - 22:45 Uhr | Besetzung
- / - / - / - / - / 53 / 65 / 78 / - €
10.03.2012 19:00 - 22:15 Uhr | Besetzung
- / - / - / - / - / - / - / 94 / - €
13.03.2012 19:00 - 22:15 Uhr | Besetzung
- / - / - / - / - / 53 / 65 / 78 / 91 €
18.03.2012 19:30 - 22:45 Uhr | Besetzung
- / - / - / - / - / - / - / - / - €
Besetzung
Mittwoch, 22.02.2012, 19:00 Uhr
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Musikalische Leitung: Gabriele Ferro, Regie: Jossi Wieler, Sergio Morabito, Bühne und Kostüme: Anna Viebrock, Licht: Reinhard Traub, Chor: Michael Alber, Dramaturgie: Sergio Morabito, Angela Beuerle

Rodolfo: Liang Li, Sylvia Rena Ziegler, Amina: Ana Durlovski, Elvino: Luciano Botelho, Lisa: Catriona Smith, Alessio: Motti Kastón

Die Nachtwandlerin

La Sonnambula

Von Vincenzo Bellini
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln


Ausgerechnet in das Waisenmädchen Amina hat sich der junge reiche Grundbesitzer Elvino, die beste Partie im Dorf, verliebt. Das ungleiche Paar bewegt sich auf dem unsicheren Terrain der Pubertät, dem Schwebezustand zwischen Melancholie und Aufbruchstimmung, Trotz und Verunsicherung, Selbstaufgabe und Neuerfindung. Amina arbeitet für ihre Ziehmutter Teresa in der Wassermühle eines Alpentals. Um sie heiraten zu können, hat Elvino seine Verlobung mit der Wirtin Lisa gelöst. Für zusätzliche Verwirrung sorgen die nächtlichen Besuche einer Untoten sowie das Eintreffen eines Fremden, dessen Vergangenheit mit der Geschichte des Dorfes auf undurchsichtige Weise verknüpft ist. Als der Fremde in Lisas Gasthof absteigt und Amina in seinem Bett schlafend aufgefunden wird, zerbricht die Beziehung an Elvinos Eifersucht. Am Ende legt die verstoßene Amina – wie Kleists Käthchen von Heilbronn – eine riskante Unschuldsprobe ab. Der Jubel über die wieder mögliche Hochzeit mit Elvino reißt die Schlafwandlerin aus ihrer Trauer: Ein Traum, was sonst!

Die 1831 in Mailand uraufgeführte Sonnambula wurde zu einem Welterfolg des Belcanto, der dem Werk treu geblieben ist, wann immer sich eine kongeniale Sängerin der Titelpartie annahm. In der Traumzeit von Bellinis »unendlichen Melodien« fand die Trance der absturzgefährdeten Nachtwandlerin und mit ihr die Krise der Adoleszenz zu wahrhaft atemberaubendem Ausdruck.

 
Öffentliche Probe
Samstag 7. Januar 2012, 10.15 Uhr im Opernhaus
Für diese Veranstaltung gibt es kostenfrei Karten in der Theaterkasse (Theaterpassage) und an der Tageskasse (Opernhaus).

Einführungsmatinee
Sonntag 15. Januar 2012, 11.00 Uhr im Opernhaus, Foyer 1. Rang
Weitere Infos und Karten
 
Nach(t)gespräche
Der Produktionsdramaturg gibt Antworten auf Fragen der Zuschauer im Anschluss an die Vorstellung:
  • Freitag, 03. Februar 2012
  • Samstag, 10. März 2012
  • Sonntag, 18. März 2012
Bildergalerie
Video


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PRESSESTIMMEN
Stuttgarter Nachrichten, 24.01.2012
"Dieser Abend ist unglaublich."
Die Deutsche Bühne (online), 25.01.2012
„Grandios mit welcher Präzision und Wärme hier Menschen porträtiert werden. Und mit welch zwingender Folgerichtigkeit aus der Musik heraus dabei zunächst eine außergewöhnliche Geschichte anrührend erzählt wird.“
Süddeutsche Zeitung, 24.01.2012
„Vor zehn Jahren schon inszenierte Wieler zusammen mit seinem Dramaturgen-Kompagnon Sergio Morabito Bellinis ‚Norma‘, die ‚Sonnambula‘ gerät zu einem noch größeren Triumph. Nicht nur fürs Regieduo, sondern fürs ganze Ensemble, das ein ans Herz gehendes Wunder im Zusammenspiel von Bühne und Orchester, von Gesang und Spiel produziert.“
Musik & Theater, 01.04.2012
„Diese Aufführung ist so überzeugend, dass sie Maßstäbe setzt für einen heutigen Umgang mit den Belcanto-Stücken.“
Stuttgarter Zeitung, 24.01.2012
„So fügte sich zum Ganzen, was nur selten sich rundet: Musiktheater als ein szenisch und musikalisch erfüllter Augenblick. Ein großartiger Start für Jossi Wieler, den Intendanten-Regisseur."
merkur-online, 24.01.2012
„Liebevoll, aus tiefstem Wissen um menschliche Abgründe und Unzulänglichkeiten heraus gestaltet, dabei so detailwütig, dass man dem hintersten Sänger des wunderbaren Chores einen Solo-Vertrag auf die Bühne reichen möchte."
Fränkische Nachrichten, 24.01.2012
„Ist ‚La Sonnambula‘ schon als Regiearbeit außergewöhnlich, so wird sie durch die musikalische Interpretation zum Meisterstück.“
Eßlinger Zeitung, 24.01.2012
„Gabriele Ferro sorgte am Pult so umsichtig wie hellhörig dafür, dass das Staatsorchester mit fein abgetönter Palette den ganzen Klangreichtum dieser ‚Nachtwandlerin‘ zutage förderte.“
Neue Zürcher Zeitung, 25.01.2012
„Wie Gabriele Ferro die Tempi zurückhält und sie in Beziehung zueinander bringt, so dass die reich geschichteten Nummern ihre Kontur erhalten, das macht ihm so rasch keiner nach.“
Financial Times Deutschland, 24.01.2012
„Das Ereignis des Abends heißt Ana Durlovski. Die Mazedonierin demonstriert in der Titelrolle unübertrefflich, was Belcanto bedeutet.“
Stuttgarter Nachrichten, 24.01.2012
„Als Amina ist Ana Durlovski mit ihrer farbreichen Mittellage, mit ihrer ansatzlosen, präzisen Tonproduktion  und mit ihrer selbst in leisesten Passagen strahlkräftigen Höhe eine Idealbesetzung."
Süddeutsche Zeitung, 25.01.2012
„Luciano Botelho verfügt über einen schwerelos hohen Tenor, dem alles erdenkliche Strahlen innewohnt, der Leidenschaft mit Leichtgläubigkeit verbindet."
Südwest Presse, 24.01.2012
„Bestaunenswert der Bassist Liang Li mit der kolossalen Rodolfo-Arie.“
Badische Neueste Nachrichten, 24.01.2012
„Catriona Smith singt mit der aufgekratzten Ekstase einer wirklichen seconda Donna und gestaltet die Lisa mit allen Nuancen einer verzweifelt Liebenden und Hoffenden, die vor Freude auf der Stelle trippelt, als Elvino sie doch noch zu nehmen scheint.“
merkur-online, 23.01.2012
„Helene Schneiderman ist als Teresa eine Erni-Singerl-Wiedergängerin und füllt dabei die Bühne, als habe sie drei Arien zur Verfügung – dabei sind es nur drei Solo-Stellen.“
Die Deutsche Bühne (online), 25.01.2012
„Die Stuttgarter feierten (nach Andrea Moses‘ Fausts Verdammnis) nun auch Jossi Wieler für einen überzeugenden Auftakt einer durchdacht geplanten und unaufgeregt begonnenen neuen Wegstrecke der Stuttgarter Oper.“
HANDLUNG
ERSTER AKT

Introduktion  Lisa, die Gastwirtin, hört Rufe, die Amina zu ihrer bevorstehenden Hochzeit mit Elvino beglückwünschen. Amina ist ein Waisenmädchen und arbeitet in der Mühle ihrer Ziehmutter Teresa. Der junge Grundbesitzer Elvino ist der reichste Mann im Dorf.
 
Kavatine  Bevor er sich in Amina verliebt hat, war Elvino mit Lisa liiert. Lisa darf ihren Schmerz und ihre Wut nicht zeigen.
 
Stretta  der Introduktion: Alessio hat mit den Bewohnern des Dorfes ein Lied zu Ehren des Brautpaares einstudiert. Alessio, der selbst hartnäckig um Lisa wirbt, wird von ihr wieder einmal brüsk zurückgewiesen.
 
Rezitativ und Kavatine  Amina erscheint. Sie bedankt sich bei den Dorfbewohnern für das Lied und bei ihrer Adoptivmutter Teresa für ihre Aufnahme und Erziehung.
 
Rezitativ  Amina bedankt sich bei Alessio und wünscht ihm, bald mit Lisa glücklich zu werden. Von der früheren Liaison ihres Bräutigams mit Lisa weiß sie als Einzige nichts. Der Notar erscheint.
 
Rezitativ und Duett  Elvino entschuldigt sich für seine Verspätung: Er habe am Grab der Mutter deren Segen für seine Hochzeit erbeten. Der Ehekontrakt wird aufgesetzt. Elvino bringt seine Güter mit in die Ehe, Amina besitzt nichts. Der Vertrag wird von Elvino und – für Amina – von Teresa unterzeichnet sowie von den Trauzeugen Alessio und Lisa. Elvino schenkt seiner Braut den Ring seiner Mutter und einen Veilchenstrauß.
 
Rezitativ und Kavatine  Elvino lädt alle zur kirchlichen Trauung am nächsten Morgen ein. Da erscheint ein Unbekannter. Er fragt, wie weit es noch zum Schloss sei. Lisa rät ihm, aufgrund der vorgerückten Stunde in ihrem Gasthaus zu übernachten. Der Fremde scheint sich im Dorf auszukennen. Als er Amina sieht, fühlt er sich an ein Mädchen erinnert, das er als junger Mann geliebt hat. Sie weckt in ihm lange vergessene Gefühle.
 
Rezitativ und Chor  Der Fremde erfährt, dass der alte Graf verstorben ist, ohne je wieder Nachricht von seinem verschollenen Sohn erhalten zu haben. Der Fremde behauptet zu wissen, dass dieser Sohn am Leben sei. Teresa fordert alle auf, sich zurückzuziehen: die Geisterstunde rücke heran. Ungläubig erfährt der Fremde von einer Toten, deren Geist das Dorf heimsucht.

Rezitativ und Duett  Alle ziehen sich zurück. Der Fremde geht mit Lisa ins Gasthaus, nicht ohne Amina noch einmal tief in die Augen geblickt zu haben. Amina und Elvino bleiben heimlich zurück. Bebend vor Eifersucht macht Elvino Amina heftigste Vorwürfe über ihre Freundlichkeit dem Fremden gegenüber.

Szene und Finale  In Lisas Gasthaus eröffnet diese dem Fremden, dass er erkannt worden ist: Er ist Rodolfo, der Sohn des Grafen. Ihre erotische Annäherung wird von einem Geräusch unterbrochen. Bevor Lisa das Zimmer verlässt, beobachtet sie, wie Amina durch das Fenster in das Zimmer steigt. Die schlafwandelnde Amina hält Rodolfo für Elvino und imaginiert die Hochzeitsnacht ihrer Träume. Als Rodolfo Stimmen hört, versteckt er sich. Die Dorfbewohner haben sich versammelt, um den Erben des alten Grafen im Schlaf zu überraschen. Doch statt Rodolfo liegt eine Frau in seinem Bett. Lisa führt Elvino herein und deckt die schlafende Amina auf. Amina erwacht und weiß nicht, wie sie hergekommen ist. In aller Augen ist Aminas Untreue offenbar. Teresa bedeckt Aminas Blöße mit einem Kleidungsstück, das Lisa bei ihrer Annäherung an Rodolfo verloren hat.
 
 
ZWEITER AKT:

Introduktions-Chor  Die Dorfleute wollen den kompromittierten Grafen Rodolfo unter Druck setzen, um Amina zu rehabilitieren.
 
Szene und Arie  Teresa will mit Amina ebenfalls Rodolfo aufsuchen. Da erscheint Elvino. Aminas Unschuldsbeteuerungen weist er abermals zurück. Die Dorfbewohner kommen mit der Nachricht, der Graf habe Amina für unschuldig erklärt. Doch der wütende Elvino entreißt Amina den Ring seiner Mutter.
Szene und Arie  Wieder belästigt Alessio Lisa mit seinem Heiratswunsch. Da erfahren sie, dass Elvino Lisa zu seiner neuen Braut gewählt hat. Lisa ist bereit.

Quartett  Auf dem Weg zur Kirche werden Elvino und Lisa von Rodolfo aufgehalten. Er erklärt, dass Amina eine Schlafwandlerin ist. Niemand glaubt ihm und er wird ausgelacht. Da kommt Teresa und bittet um Ruhe, denn die schwer erkrankte Amina sei endlich eingeschlafen. Als Teresa erfährt, dass Lisa und Elvino zur Trauung unterwegs sind, beweist sie mit dem im Zimmer des Grafen gefundenen Kleidungsstück, dass auch Lisa dort gewesen sein muss. Elvino quälen Zweifel an der Treue der Frauen – und an seinem eigenen Verhalten.
 
Szene und Finalarie  Amina offenbart im Fieberdelirium eine andere Wahrheit. Man beschließt erneut ihre Hochzeit mit Elvino. Als sie wieder zu sich kommt, erwacht sie – verheiratet.