Informationen
Opernhaus
Premiere
26. September 2010
Dauer
I. und II. Akt: ca. 1 Std. 40 Min
Pause: ca. 30 Min
III. Akt: ca. 50 Min
Aufführungen, Besetzung, Kartenverfügbarkeit
März 2012
21.03.2012 19:00 - 22:00 Uhr | Besetzung
9 / 20 / 29,50 / 39 / 48 / 60 / 72 / 84 €
25.03.2012 18:00 - 21:00 Uhr | Besetzung
9 / 15 / 21,50 / 32 / - / 53 / 65 / 78 / 91 €
28.03.2012 19:30 - 22:30 Uhr | Besetzung
9 / 20 / 29,50 / 39 / 48 / 60 / 72 / 84 €
Mai 2012
21.05.2012 19:30 - 22:30 Uhr | Besetzung | iCal | Karten
9 / 20 / 29,50 / 39 / 48 / 60 / 72 / 84 €
26.05.2012 19:00 - 22:00 Uhr | Besetzung | iCal | Karten
9 / 15 / 21,50 / 32 / - / 53 / 65 / 78 / 91 €
Juni 2012
01.06.2012 19:30 - 22:30 Uhr | Besetzung | iCal | Karten
9 / 15 / 21,50 / 32 / 42 / 53 / 65 / 78 / 91 €
08.06.2012 19:00 - 22:00 Uhr | Besetzung | iCal | Karten
9 / 15 / 21,50 / 32 / 42 / 53 / 65 / 78 / 91 €
Besetzung
Montag, 21.05.2012, 19:30 Uhr
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Musikalische Leitung: Giuliano Carella, Regie: Markus Dietz, Bühne: Franz Lehr, Mitarbeit Bühne: Christof Piaskowski, Kostüm: Anna Eiermann, Chor: Michael Alber, Winfried Maczewski, Licht: Reinhard Traub, Video: Judith Konnerth, Dramaturgie: Angela Beuerle, Albrecht Puhlmann

Conte di Walter: Konstantin Gorny, Rodolfo: Dmytro Popov, Federica d'Ostheim: Marina Prudenskaja, Wurm: Attila Jun, Miller: Tito You, Luisa: Liana Aleksanyan, Laura: Sylvia Rena Ziegler, Mit: Staatsopernchor Stuttgart, Staatsorchester Stuttgart

Luisa Miller

Von Giuseppe Verdi
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln


"Es ist ein großartiges Drama, voller Leidenschaft und theatralisch sehr effektvoll", schreibt Verdi an den Librettisten Salvatore Cammarano über Schillers bürgerliches Trauerspiel Kabale und Liebe. Verdis 1849 in Neapel uraufgeführte Oper Luisa Miller ist jedoch keine Vertonung dieses Schauspiels - sie ist eine italienische Oper eigenen Zuschnitts, die die Grundkonflikte des Schiller'schen Dramas mit ihren Mitteln in neuer Weise erzählt. Das bürgerliche Milieu des Stoffes inspiriert Verdi zu einer Hinwendung zur Welt des Privaten, die ihn zu einer ganz neuen emotionalen Beweglichkeit und Intimität in der musikalischen Zeichnung der Charaktere führt. Die politische Brisanz des Schauspiels erscheint in der Oper als Thematisierung grundlegender ethisch-moralischer Werte, die in dem konfliktträchtigen Verhältnis zweier Väter zu ihren Kindern schließlich in die Katastrophe führt.
 
Unter dem Gedanken: "Lügenhafte Verhältnisse sind schlimmer als offene Gewalt", und in einem Bühnenraum, der Wahrheit und Lüge gleichermaßen dient, erzählt Regisseur Markus Dietz diese Oper. Das Scheitern der Luisa an einer von Lügen und Intrigen gesteuerten Welt wird dabei zugleich zum Scheitern dieser Welt angesichts der Lauterkeit Luisas.
Bildergalerie
Video


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PRESSESTIMMEN
Südwest Presse
Unter dem jungen dänischen Dirigenten Thomas Søndergård, der mit dem tadellosen Staatsorchester straff, kräftig und zündend den Verdi anpackt, singen Ensemble und Chor mit Furor, zwingend, laut – und gut.
Mannheimer Morgen
Vor allem Dmytro Popov bezirzt hier mit seinem strahlenden leicht geführten Tenor von berückendem Timbre.
Heilbronner Stimme
Man erlebt eine Aufführung, die szenisch überzeugt, musikalisch mitreißt und obendrein das Publikum in Begeisterung setzt. Schon der Bühnenraum des Ende 2009 verstorbenen Franz Lehrs sorgt für szenische Dichte. Regisseur Markus Dietz nutzt die räumliche Vorlage, um die Handlung erhellend und fesselnd zu erzählen und arbeitet die unausweichliche Tragik des Geschehens zusätzlich mit subtiler Detailfreude und Fantasie heraus.
HANDLUNG
I. AKT — DIE LIEBE
Ein Dorf in den Alpen an einem kühlen Aprilmorgen. Die Dorfbewohner, darunter Laura und Vater Miller, ein pensionierter Offizier, gratulieren Luisa zu ihrem Geburtstag. Luisa wartet insgeheim auf den Jäger Carlo, den sie liebt. Als Carlo plötzlich vor ihr steht, ist ihr Glück vollkommen. Miller hat düstere Vorahnungen.
Als die Glocken zum Gottesdienst rufen, strömt alles in die Kirche, nur Miller und Wurm, der Schlossverwalter des Grafen, bleiben zurück. Wurm ist eifersüchtig. Er fordert von Miller Luisa zur Frau, schon vor einem Jahr hat er um ihre Hand gebeten. Miller verweigert es sich einzumischen und betont sein Ideal von liebender Vaterschaft und freier Gattenwahl. Wurm enthüllt ihm daraufhin Carlos wahre Identität: Carlo ist eigentlich Rodolfo, der Sohn des Grafen Walter! Voll Wut und Angst vor der Entehrung seiner Tochter bleibt Miller zurück.
Wurm hat dem Grafen von Rodolfos Liebe zu Luisa berichtet. Walter jedoch plant die Vermählung seines Sohnes mit der Herzogin Federica von Ostheim, einer Jugendfreundin Rodolfos, die, inzwischen verwitwet, über beste Beziehungen zum Hof verfügt. Ihre Ankunft steht unmittelbar bevor. Walter ist voller Wut über den Undank seines Sohnes, der seine machtpolitischen Vorhaben zu durchkreuzen droht.
Walter teilt Rodolfo mit, ihm eine ideale Braut gefunden zu haben: Federica selbst habe ihm gestanden, schon von Jugend an in Rodolfo verliebt zu sein. Rodolfo versucht, seinem Vater von seinen Gefühlen für Luisa zu erzählen, doch da erscheint bereits Federica mit großem Gefolge. Nach der feierlichen Begrüßung lässt Walter Rodolfo mit Federica allein.
Federica beschwört Erinnerungen an das Glück ihrer gemeinsamen Jugend. Rodolfo stimmt zunächst ein – und gesteht ihr dann, dass er sie nicht heiraten kann, da er eine andere liebt. Rasend vor Zorn und Eifersucht verweigert Federica ihm jedes Verständnis.

Es findet eine von Walter organisierte Jagd statt. Luisa wartet auf Carlo. Da enthüllt Miller der ungläubigen Luisa die wahre Identität ihres Geliebten. Rodolfo kommt hinzu. Er versichert Luisa der Reinheit seiner Liebe und verspricht ihr die Ehe. Luisa und Miller fürchten den Grafen – der plötzlich selbst erscheint. Walter beschimpft Luisa als Hure, Miller sieht seine Ehre beleidigt und warnt Luisa, sich
nicht vor dem Grafen zu erniedrigen, Rodolfo verteidigt seine Liebe. Walter ruft seine Soldaten, um Luisa und Miller festzunehmen, die Dorfbewohner strömen herbei. Fast scheint es, als habe Walter gesiegt, da droht Rodolfo ihm heimlich, zu offenbaren wie Walter an die Macht gekommen ist. Walter lässt Luisa frei.
 
 
II. AKT — DIE INTRIGE
Die Dorfbewohner berichten Luisa von der Festnahme Millers durch den Grafen. Luisa will zum Schloss, wird jedoch durch den eintretenden Wurm zurückgehalten. Wurm stellt Luisa die Situation ihres Vaters vor Augen: Eingekerkert wegen Beleidigung des Grafen droht ihm die Todesstrafe. Doch Luisa könne ihn retten: Wurm diktiert ihr einen Brief, in dem sie ihre Liebe zu Rodolfo für falsch erklärt und Wurm, ihren eigentlichen Geliebten, zur gemeinsamen Flucht auffordert. Voller Verzweiflung, das Schicksal ihres Vaters vor Augen, schreibt Luisa schließlich den Brief. Außerdem fordert Wurm von ihr, das Geschriebene vor Federica selbst zu bestätigen.
Wurm berichtet Walter von seinem Erfolg bei Luisa und fragt ihn nach dem Grund für sein plötzliches Nachgeben bei der Verhaftung. Gemeinsam erinnern sich Wurm und Walter ihres Verbrechens, dem Mord am vorherigen Grafen, wodurch Walter erst an die Macht kam. Wurm erfährt, dass Rodolfo vom sterbenden Grafen die Namen der Mörder erfahren hatte und so um ihr Geheimnis weiß.
Federica kommt hinzu. Walter beruhigt sie: Rodolfo werde bald von seiner Liebe geheilt sein, da Luisa ihn hintergangen habe. Luisa wird von Wurm hereingeführt.
Bedroht von Wurm und Walter versichert Luisa, dass sie Rodolfo nie geliebt hat, sondern Wurm. Federica ist selig, Luisa vergeht vor Qual, Walter und Wurm frohlocken.
Ein bestochener Bote hat Rodolfo Luisas Brief überbracht. Rodolfo ist fassungslos und verzweifelt über Luisas Verrat. Er ruft Wurm und will sich mit ihm duellieren, beide sollen sie sterben – doch Wurm entflieht. Walter gibt nun vor, nachzugeben und in eine Heirat mit Luisa einzuwilligen. Rodolfo berichtet von Luisas Betrug, Walter rät ihm, aus Rache Federica zur Frau zu nehmen.
 
 
III. AKT — DAS GIFT
Luisa schreibt einen Brief. Laura und die Frauen aus dem Dorf sind betroffen über Luisas Schmerz. Um sie zu schonen, verschweigen sie ihr die Trauung von Rodolfo und Federica, die gleich beginnen soll. Miller kommt, aus der Gefangenschaft entlassen.
Luisa bittet ihren Vater, Rodolfo den Brief zu geben. Miller liest und begreift, dass Luisa vorhat, sich umzubringen. Entsetzt hält er ihr vor, was sie ihm damit antun wird. Luisa zerreißt den Brief und schlägt Miller vor, sobald der Morgen dämmert zu fliehen. Bis dahin soll der Vater sich ausruhen. Miller ist glücklich und malt sich mit Luisa ihre gemeinsame Zukunft aus.
Luisa betet. Plötzlich steht Rodolfo im Raum. Er fragt, ob sie den Brief an Wurm geschrieben habe, sie bestätigt. Er bittet sie um etwas zu trinken, sie reicht ihm ein Glas, in das er vorher heimlich Gift gegossen hat. Er lässt auch Luisa trinken.
Angesichts des Todes befreit von ihrem Eid offenbart Luisa ihm die Wahrheit über den erzwungenen Brief. Luisa stirbt. Sterbend verflucht Rodolfo seinen Vater.
Zurück bleiben Walter und Miller an den Leichen ihrer Kinder.