Informationen zur Platzauswahl

Bestplatzbuchung
Bei der Bestplatzbuchung entscheiden Sie sich für eine Platzkategorie und wählen die Anzahl der gewünschten Eintrittskarten aus. Innerhalb der gewählten Kategorie findet eine automatische Vergabe der Plätze statt, Sie erhalten die besten verfügbaren Plätze. Nummerierte Sitzplätze befinden sich in der Regel nebeneinander. Sollte an Ihrem Rechner Probleme mit Java auftreten, so erfolgt automatisch die Bestplatzbuchung.

Saalplanbuchung
Bei der Saalplanbuchung wählen Sie Ihre Plätze persönlich und sitzplatzgenau im grafischen Saalplan aus. Starten Sie die Saalplanbuchung und entscheiden Sie sich für einen Bereich. Dort können Sie die Plätze per Mausklick auswählen. Bei einigen Veranstaltungen wird die Saalplanbuchung nicht angeboten.

Freie Platzwahl
bedeutet, dass Sie mit Ihrer Eintrittskarte entsprechend den örtlichen Gegebenheiten Ihren Platz frei auswählen können. In der Regel handelt es sich dabei um Sitzplätze, in einigen Fällen stehen Ihnen jedoch auch Stehplätze zur Verfügung.

Sitz- oder Stehplatz je nach Verfügbarkeit
In der so bezeichneten Preiskategorie werden überwiegend (jedoch nicht garantiert) Sitzplätze angeboten. Unter Umständen werden auch Stehplatzkarten zum gleichen Preis zugeschickt. Ein bestimmter Wunsch bezüglich Steh- oder Sitzplatz kann in diesem Zusammenhang leider nicht erfüllt werden. Ein späterer Umtausch der gelieferten Eintrittskarten ist nicht möglich.

Sichteinschränkungen/Übertitel
Auf Grund von baulichen Gegebenheiten oder auch inszenierungsbedingt sind Einschränkungen der Sicht (auch auf die Übertitel, die in zahlreichen Vorstellungen angeboten werden) von bestimmten Plätzen möglich. Bitte erkundigen Sie sich nach eventuellen Beeinträchtigungen unter 0711. 20 20 90 (Mo – Fr 10-20 Uhr, Sa 10-18 Uhr).
Nicht mehr zustellbar
bedeutet, dass die Veranstaltung zeitnah stattfindet und eine Lieferung der Eintittskarten nicht mehr möglich ist. Bitte wählen Sie als Alternative ‚Abholung der Eintrittskarten‘.

Nur 1 Eintrittskarte auswählbar / Einzelsitzplatz
über die Bestplatzbuchung können nur noch einzelne Plätze (keine zusammenhängende Plätze) in der entsprechenden Kategorie gebucht werden. Einzelsitzplätze sind vereinzelte Restplätze. Auch wenn eine größere Anzahl verfügbar ist, sind diese Plätze nicht zusammenhängend. Möglicherweise stehen über die Saalplanbuchung noch zusammenhängende Plätze zur Verfügung.

Noch Fragen? 0711. 20 20 90
Mo – Fr 10 – 20 Uhr, Sa 10 – 18 Uhr

Informationen zum Online-Verkauf

Die Kartenbestellung im Saalplan basiert auf der Software Java. Aktuell wird die Ausführung dieser Software durch den Browserhersteller (z.B. Mozilla Firefox) auf Ihrem PC möglicherweise blockiert (Sie sollten daher immer die neueste Java-/Browser-Version installiert haben).

Bitte nutzen Sie im Falle der Blockade unsere Bestplatzbuchung oder wenden Sie sich an unseren  Telefonischen Kartenverkauf 0711. 20 20 90.

Bitte beachten Sie unsere AGB sowie nachfolgende Auszüge aus den allgemeinen Informationen zum Kartenvorverkauf.

Vorverkaufszeitraum
Der Kartenvorverkauf für Vorstellungen in allen Spielstätten und für Konzerte beginnt in der Regel datumsgleich zwei Monate vor dem Vorstellungstermin. Fällt der erste Vorverkaufstag auf einen Samstag oder Sonntag, beginnt der Kartenvorverkauf bereits am Freitag, bei einem Feiertag am Tag davor. Einige Veranstaltungen können im Online-Kartenverkauf nicht erworben werden. Bitte wenden Sie sich in solchen Fällen an unseren telefonischen Kartenservice (0711. 20 20 90, Mo – Fr 10 - 20 Uhr, Sa 10 - 18 Uhr). Vorstellungen außerhalb der zuvor genannten Vorverkaufszeiträume können über das Online-Bestellformular bestellt werden. Bitte beachten Sie dabei unsere allgemeinen Informationen zum Kartenvorverkauf.
Platzauswahl
Im Buchungsverlauf werden Ihnen Informationen zur Platzauswahl angezeigt.
Kartenpreise
Die Kartenpreise im Online-Verkauf beinhalten eine Servicepauschale von 1,00 € pro Eintrittskarte.
Ermäßigungen (außer Schauspielcard)
Bitte nutzen Sie hierzu den telefonischen Vorverkauf
unter 0711. 20 20 90, den schriftlichen Bestellweg oder
wenden Sie sich an unsere Theaterkasse, da Ermäßigungen
im Online-Verkauf nicht möglich sind.
Geschenkgutscheine
Geschenkgutscheine der Staatstheater Stuttgart können als Zahlungsmittel für den Kauf von Eintrittskarten, Abonnements und Merchandisingartikeln der Staatstheater Stuttgart verwendet werden.
Geschenkgutscheine sind auf Dritte übertragbar und können bis auf Widerruf ohne zeitliche Begrenzung eingelöst werden. Der Geldwert wird mit dem Kaufpreis verrechnet (darüber liegende Differenzen können aufgezahlt werden). Eventuelle Restguthaben werden wieder als Geschenkgutschein ausgegeben.
Beim Online-Kauf ist das Einlösen von Geschenkgutscheinen derzeit nicht möglich. Bitte nutzen Sie dazu unsere alternativen Vertriebswege.
Zustellung / Abholung per Kaufbestätigung
Gegen eine Versandpauschale von 1,50 € können Eintrittskarten bzw. Geschenkgutscheine zugesandt werden, wenn der Zeitpunkt der Bestellung dies zulässt. Eine Haftung können die Staatstheater Stuttgart dafür nicht übernehmen.
Die Kaufbestätigung wird Ihnen automatisch per E-Mail an die von Ihnen eingetragene Mail-Adresse zugesandt, nachdem die zahlungspflichtige Bestellung ausgelöst wurde.
Mit Vorlage der ausgedruckten Kaufbestätigung können Eintrittskarten in der Theaterkasse bzw. an der entsprechenden Vorstellungskasse, Geschenkgutscheine ausschließlich in der Theaterkasse (Mo – Fr 10-19 Uhr, Sa 10-14 Uhr) abgeholt werden.
Nur ausgedruckte Eintrittskarten gelten als Fahrscheine in den Verkehrsmitteln des VVS. Die ausgedruckten Kaufbestätigungen werden als Fahrtberechtigungen im VVS nicht akzeptiert.

Print@Home
Gültig ab Vorverkaufsbeginn. Bei uns können Sie print@home-Eintrittskarten rund um die Uhr online kaufen und selbst ausdrucken.
Dieser Buchungsservice steht Ihnen ohne Aufpreis bis 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn zu Verfügung und wird während der Buchung über die Auswahl der Versandart festgelegt.
Nach Abschluss des Kaufvorgangs wird die gewünschte print@home-Eintrittskarte als pdf-Datei angezeigt und kann sofort ausgedruckt werden.
Sie erhalten außerdem eine Kaufbestätigung an die von Ihnen hinterlegte Mail-Adresse mit der Eintrittskartendatei im Anhang.
Die Personalisierung jeder Karte mit Name und Geburtsdatum zum Schutz des Käufers verhindert eine missbräuchliche Vervielfältigung.
Jede print@home-Eintrittskarte berechtigt zum einmaligen Einlass nur in Zusammenhang mit einem gültigen Ausweis.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an unseren telefonischen Kartenverkauf (0711. 20 20 90, Mo – Fr 10-20 Uhr, Sa 10-18 Uhr).

print@home-Eintrittskarte = Fahrausweis
Ihre print@home-Eintrittskarte gilt ohne Aufpreis als Fahrkarte für  den öffentlichen Nahverkehr im VVS und wird automatisch auf der print@home-Eintrittskarte mit angedruckt. Bitte beachten Sie die notwendige Personalisierung während des Buchungsvorgangs.
Späteinlass
kann für bestimmte Vorstellungen ausgeschlossen sein. Unser telefonischer Kartenservice (0711. 20 20 90, Mo – Fr 10-20 Uhr, Sa 10-18 Uhr) gibt Ihnen gerne Auskunft!
Bezahlung
Mit Kreditkartenzahlung (VISA, Master, AMEX) oder per Bankeinzug/SEPA-Lastschriftverfahren (Nicht bei Neukunden. In diesem Fall wenden Sie sich bitte an den telefonischen Kartenservice [0711. 20 20 90] ).
Rückgaben / Umtausch
Wir bitten Sie, vor dem Aktivieren der zahlungspflichtigen Bestellung Ihre Angaben genau zu prüfen, da Eintrittskarten und Gutscheine weder zurückgenommen noch umgetauscht werden können.

Technische Anforderungen / Hinweise und Datenschutz
Noch Fragen? 0711. 20 20 90
Mo – Fr 10-20 Uhr, Sa 10-18 Uhr
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Zauber der Opernwelt

Singalong Konzert mit dem Staatsopernchor Stuttgart
11:01 Uhr Liederhalle (Hegelsaal)
Richard Wagner

Tristan und Isolde

17:00 - 22:15 Uhr Opernhaus
Informationen
Opernhaus
Wieder im Repertoire:
24. November 2015
Dauer
1. + 2. Bild: ca. 60 Min.
Pause (nach dem 2. Bild): ca. 25-30 Min.
3. + 4. Bild: ca. 55 Min.
Aufführungen, Besetzung, Kartenverfügbarkeit
November 2015
24.11.2015 19:00 - 21:30 Uhr | Besetzung
9 / 17,50 / 25,50 / 38 / 50 / 63 / 78 / 94 / 109 € / F
Dezember 2015
23.12.2015 19:00 - 21:30 Uhr | Besetzung
- / - / 27 / - / - / 67 / 83 / 100 / 116 € / G
26.12.2015 14:30 - 17:00 Uhr | Besetzung
9 / 18 / - / - / - / 67 / 83 / 100 / 116 € / G
26.12.2015 19:00 - 21:30 Uhr | Besetzung
- / - / - / - / 59 / 73 / 91 / 109 / 127 € / H
29.12.2015 19:00 - 21:30 Uhr | Besetzung
- / - / - / - / - / 67 / 83 / 100 / 116 € / G
Januar 2016
24.01.2016 14:00 - 16:30 Uhr | Besetzung
- / - / - / - / - / 63 / 78 / 94 / 109 € / F
Februar 2016
01.02.2016 19:00 - 21:30 Uhr | Besetzung
- / - / - / - / - / 63 / 78 / 94 / 109 € / F
Besetzung Nov 2015 - Feb 2016
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Musikalische Leitung: Simon Hewett, Regie: Andrea Moses, Bühne: Stefan Strumbel, Co-Bühnenbildnerin: Susanne Gschwender, Kostüme: Anna Eiermann, Licht: Reinhard Traub, Chor und Kinderchor: Christoph Heil, Dramaturgie: Thomas Wieck, Moritz Lobeck

Rodolfo: Atalla Ayan, Arnold Rutkowski, Kyungho Kim, Schaunard: Ashley David Prewett, Marcello: Ronan Collett, Levente Molnár, Gezim Myshketa, Colline: Adam Palka, Benoît: Mark Munkittrick, Mimì: Agnieszka Tomaszewska, Pumeza Matshikiza, Musetta: Lauryna Bendziunaite, Yuko Kakuta, Alcindoro: Kenneth John Lewis, Siegfried Laukner, Mit: Staatsopernchor Stuttgart, Kinderchor der Oper Stuttgart, Staatsorchester Stuttgart

La Bohème

von Giacomo Puccini
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln


"LA BOHÈME" EXTENDED

#OPERNBLOG

Mit Texten, Bildern, Ton- und Videodokumenten begleiten Dramaturgie und Kommunikationsabteilung die Produktion La Bohème im Blog der Oper Stuttgart auf operstuttgart.wordpress.com

ZUM STÜCK

Mitte des 19. Jahrhunderts war die Bohème möglicherweise ein romantisch-jugendliches Überlebensspiel: „Jeder Tag ihrer Existenz ist ein geniales Kunststück, ist ein tagtäglich von neuem auftauchendes Problem, das zu lösen ihnen mit Hilfe verwegener Rechenkünste immer gelingt. Wenn dann ihr letzter Heller tot und begraben ist, beginnen sie wiederum am Mittagstisch des Zufalls zu speisen, wo immer er für sie gedeckt ist, und mit einer Meute von Listen wildern sie in allen Gewerben, die irgendwie mit der Kunst verwandt sind, und jagen vom Morgen bis zum Abend das wilde Tier, genannt Fünffrancsstück.“ So beschreibt Henri Murger 1851 die Bohème in seinem gleichnamigen Roman, der Stoffgrundlage für die Oper.

Puccinis 1895 entstandene Oper ist nicht allein ihrer gesanglichen Kostbarkeiten und emotionalen Extremsituationen wegen gerühmt und geliebt, sondern auch, weil sie prägnanter Ausgangspunkt für Interpretationen des Verhältnisses Künstler/Gesellschaft quer durch die Geschichte der Moderne ist. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts war es für die »Bohemiens« unabdingbar, ihre prekären Lebensumstände als gegen alle Bürgerlichkeit gewendeten Lebensentwurf zu feiern. Heute wird die letzte Konsequenz des modernen Künstlerdaseins gezogen: Es gilt, sich selbst zum Kunstwerk zu erklären und auf den Kunstmarkt zu werfen.

NACH(T)GESPRÄCHE

Die Regisseure, Dramaturgen, Sänger und Dirigenten der Produktion beantworten Fragen der Zuschauer. Wir freuen uns auf Ihren Einspruch, Zuspruch und Widerspruch!
  • Sonntag, 24. Januar 2016

EINFÜHRUNG

Eine Einführung findet vor jeder Vorstellung jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Opernhaus, Foyer I. Rang statt.

Hier können Sie sich aber auch bereits im Vorfeld und bequem zu Hause auf Ihren Theaterbesuch einstimmen und Wissenswertes zur Inszenierung erfahren:

Stefan Strumbel. Handle with Care
Bis 10. Januar 2016 ist eine Skulptur von Stefan Strumbel, Bühnenbildner der Inszenierung, im Rahmen der Jahresausstellung des Kunstvereins Handle with Care in der Kunsthalle Göppingen zu sehen.
Bildergalerie
PRESSESTIMMEN

AUSGEWÄHLTE PRESSESTIMMEN

zur Premiere am 30.05.2014
Bayerischer Rundfunk, B5 aktuell, 31.05.2014
Andrea Moses nimmt der Szene alles Triviale, Weinerliche und berührt das Publikum gerade durch die Mehrdeutigkeit – war alles nur Kunst oder etwa Alltag? Stuttgart hat damit eine höchst unterhaltsame, temporeiche, von allen Süßstoffen befreite ‚Bohème‘. Und weil auch der Dirigent Simon Hewett recht nüchtern und kitschbereinigt, ja humorvoll, an die Arbeit ging, war dieser Puccini eine überraschend coole Angelegenheit.“
„Nachtkritik ‚La Bohème‘“ von Peter Jungblut
Südwest Presse Ulm, 02.06.2014
„So kann Puccini klingen – irgendwo zwischen bitterem Realismus und befreiender, abhebender Schwelgerei. Großer Premierenjubel.“
„Im Street-Art-Design: Puccinis ‚La Bohème‘ an der Oper Stuttgart“ von Otto Paul Burkhardt
Operalounge.de, 04.06.2014
„Lautstarker Premieren-Jubel wie bei einem Popkonzert (…) für eine Aufführung, die Puccinis populärste Oper radikal in die Gegenwart versetzt und damit vielleicht auch ein jüngeres Publikum anlocken und begeistern kann.“
„Andrea Moses‘ ‚Bohème‘ in Stuttgart – Schwäbisch-poppig“ von Hanns-Horst Bauer
Deutschlandradio Kultur "Fazit", 31.05.2014
„Mit allerlei Seitenhieben auf den modernen Kunstbetrieb hat Andrea Moses in Stuttgart Giacomo Puccinis Oper ‚La Bohème‘ gespickt. Nicht nur die sarkastischen Randbemerkungen, auch die gesanglichen Leistungen sind überzeugend.“
„Kleine Details und große Wahrheiten“ von Rainer Zerbst
Der Opernfreund, 04.06.2014
„[…] Derzeit eine der besten ‚Bohèmes‘ im deutschsprachigen Raum […]. Ein mehr als würdiger Abschied für Andrea Moses als Chefregisseurin der Staatsoper Stuttgart.“
„Menschliche Bilder einer Ausstellung oder die Kommerzialisierung des Kunstbetriebes“ von Ludwig Steinbach
Rheinpfalz, 02.06.2014
„Die Personenführung von Andrea Moses animiert die jungen Sänger zu einer Spielfreude, die ansteckend wirkt. „[…] Puccini bekommt dank eines mit großem Engagement agierenden Staatsorchesters unter Simon Hewett genau jene Tiefendimension jenseits von allem Kitschverdacht, die er verdient hat.“
„Die Kunst zu sterben“ von Frank Pommer

klassik.com, 02.06.2014
„Ähnlich wie beispielsweise in ihrer 'Don Giovanni'-Inszenierung von 2012 überträgt [Andrea Moses] auch hier die Handlung geschickt und ohne Interpretationsfragen offen zu lassen in die Gegenwart.“
„Auf der Suche nach der Heimat“ von Thomas Gehrig
Frankfurter Rundschau, 03.06.2014
„[Das Ende] stellt den frechsten Eingriff in die Dramaturgie der Oper dar und ist zugleich die überzeugendste Idee, die Idee zum Mitnehmen nach Hause. Der letzte Akt […] zeigt die Künstler-WG inzwischen als Teil einer Ausstellung. […] Mimìs Tod ist hier das Gegenteil einer intimen Dachkammerszene. Ausstellungsbesucher kommen vorbei, teils scheu, teils aber hätten sie anscheinend durchaus Lust, ein wenig mitzumachen. […] Dem Ernst der Lage nimmt das nichts, denn Andrea Moses gelingt es jetzt ganz ausgezeichnet die Waage zu halten zwischen der Intensität der Opernszene und ihrer Idee. Die zur Folge hat, dass der Beifall der Ausstellungsbesucher, die vielleicht ahnen, was los ist, vielleicht aber auch nicht […] nahtlos übergeht in den Beifall des Stuttgarter Premierenpublikums.“
„Die Arbeit der Künstler“ von Judith von Sternburg
Schwäbische Zeitung, 02.06.2014
„Star des Solistenensembles ist der brasilianische Tenor Atalla Ayan, der die Partie des Rodolfo spektakulär meistert und verdientermaßen mehrfach Szenenbeifall erhält.“
„Sterben für den digitalen Kunstmarkt“ von Werner Müller-Grimmel
Esslinger Zeitung, 02.06.2014
„Eine Wucht als Sänger wie als Darsteller, gibt [Atalla Ayan] an Mimìs Seite den im Liebes- und Todeskampf überforderten Rodolfo. Ayans Tenor hat Kraft und Substanz und klingt noch in den glühenden Extremlagen geschmeidig und weich timbriert.“
„Starke Bilder einer trostlosen Ausstellung“ von Thomas Krazeisen
Südwest Presse Ulm, 02.06.2014
„(…) auf der Bühne [agiert] ein junges, schwungvolles und stimmlich famoses Ensemble. Neben der aufgekratzten, auch vokal kraftvollen Künstler-Clique (André Morsch, Bogdan Baciu und Adam Palka) überzeugt etwa Yuko Kakuta, die als grotesk aufgedonnerte Vorstadt-Diva Musetta mit großer Stimme ihren Walzer zum Skandal ausbaut. […] Die aus Südafrika stammende Pumeza Matshikiza verkörpert mit warmem, in der Höhe strahlendem Timbre Mimì als scheue Traumwandlerin, und der brasilianische Tenor Atalla Ayan, ausgestattet mit Covent-Garden-Weihen, stattet seinen emotional hibbeligen Rodolfo mit glänzenden Höhen aus.“
„Im Street-Art-Design: Puccinis ‚La Bohème‘ an der Oper Stuttgart“ von Otto Paul Burkhardt
klassik.com, 02.06.2014
„(…) Atalla Ayan als Rodolfo, [reißt] mit einem strahlenden, bis in die Spitzentöne leuchtenden Tenor das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. Ebenso gelungen die Besetzung der Mimì als Rollendebüt für Pumeza Matshikiza mit deren wunderbar warmem, von Natur aus eher dunkel gefärbtem Timbre, das bis in tiefe Register klanglich flexibel bleibt. Ebenfalls stark: Bogdan Bacius kraftvoller Ton und geschmeidige Phrasierung als Marcello und Adam Palkas kernig-vitaler Bass als Colline.“
„Auf der Suche nach der Heimat“ von Thomas Gehrig
Reutlinger Generalanzeiger, 02.06.2014
„Unter Leitung von Simon Hewett kommt ein Puccini aus dem Orchestergraben, der bunt und aufregend ist  und auch wohldosierten Schmelz verbreitet. […] Große Klasse ist das Solistenensemble (…) So auch Pumeza Matshikiza als Mimì mit lyrisch sanftem Sopran, vielleicht etwas viel Vibrato, sowie Yuko Kakutta als Musetta mit einer Stimme voll energischer Schärfe. Mit seiner makellosen Heldentenorstimme ist Atalla Ayan als Rodolfo schon nach der ersten Arie der Liebling des Abends. Aber auch dessen Künstlerfreunde lassen großartige sängerische Leistungen hören, dabei von der Stimmfarbe angenehm unterschieden: Bogdan Baciu als Marcello, Andrè Morsch als Schaunard und Adam Palka als Colline.“
„Wo das Private allen hergezeigt wird“ von Monique Cantré
Online Merker, 31.05.2014
„Ausgezeichnet agiert auch wieder der sorgfältig einstudierte Staatsopernchor sowie der fulminante Kinderchor der Oper Stuttgart unter der einfühlsamen Leitung von Christoph Heil.“ 
„‘La Bohème‘ – eine berührende Lebensnähe“ von Alexander Walther
VORBERICHTE

VORBERICHTE ZU "LA BOHÈME"

Focus/dpa: "Hochkultur ruft Street Art"
"Eingestaubte Oper? Von wegen! Für das Bühnenbild von Giacomo Puccinis 'La Bohème' an der Oper Stuttgart hat Regisseurin Andrea Moses den früheren Graffiti-Sprayer und erfolgreichen Pop-Art-Künstler Stefan Strumbel in ihr Produktionsteam geholt."

Stuttgarter Zeitung:„Große Oper trifft auf Street Art“ von Ingmar Volkmann
Stefan Strumbel als Künstler in 'La Bohème' einzubinden, war ein schlauer Schachzug der Stuttgarter Oper auf dem Weg in die Verjüngung.“

Stuttgarter Nachrichten: "Man kann es nicht allen recht machen" von Susanne Benda
"Andrea Moses verlässt Stuttgart, die Oper verliert ein Energiebündel und ihren politischen Kopf."

Badische Zeitung: "Einfach mal die Presse halten!" von Ralf Burgmaier
"Stefan Strumbel hat starke Bilder für den 150 Jahre alten Stoff gefunden."
VIDEO ZUR INSZENIERUNG


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© Video: Thiemo Hehl | Foto: A.T. Schaefer
THE MAKING OF


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© Video: Anne Bolick, Adrian Langenbach | Foto: M.E. Labèque
EIN PROBENBESUCH


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© Video: Thiemo Hehl | Foto: A.T. Schaefer
HANDLUNG

LA BOHÈME

1. BILD

Ein vierköpfiges Kreativ-Team, bestehend aus sich zum Dichten, Malen, Musizieren und Denken auserkoren dünkenden jungen Männern, improvisiert sich durchs alltägliche Leben, in steter Erwartung des einen sensationellen Ereignisses, des ultimativen Durchbruchs in die öffentliche Bedeutsamkeit.
Die aktuelle Situation ist prekär: am Heiligabend nisten sich Hunger und Kälte im Gemeinschaftsatelier ein, aber krisenerfahren wie die jungen Männer sind, beginnen sie den Mangel zu feiern. Der Musiker Schaunard übertrumpft alle fiktiven Siege seiner drei Mitstreiter über die materielle Not – er bringt bares Geld und reales Essen herbei. Dadurch beflügelt, wollen sie sich in die weihnachtliche Verkaufsschlacht werfen, um danach bis zur Besinnungslosigkeit zu feiern.

Der auf den längst fälligen Mietzins pochende Vermieter hält sie mit seinen Forderungen auf. Sie locken ihn geschickt in eine Falle. Zu spät entdeckt er, dass er sich im eitlen Überschwang als Exhibitionist seiner absonderlichen sexuellen Gewohnheiten enttarnt hat. Ohne Miete flieht er vor dem Spott der
Künstler.

Der Dichter Rodolfo bleibt frustriert zurück, um eine Auftragsarbeit für eine Zeitung fertigzustellen. Doch das Schicksal klopft an die Tür und es kommt, wie es kommen muss, wenn zwei einander sympathische Menschen in dunkler Zweisamkeit zufällig absichtsvoll, zaghaft begehrend sich berühren: Rodolfo findet in der Wäschestickerin Mimì eine inspirierende Muse und entdeckt in ihr ein vielversprechendes künstlerisches Talent.


2. BILD

Käufermassen und Verkäuferscharen wälzen sich durch den weihnachtlichen Verkaufstempel. Die Bohemiens versuchen mit kleinen Geschäften und frechen Geschäftigkeiten aufzufallen: sie vertreiben harmlose Bürgerinnen von ihren Plätzen und besetzen einen prominenten Tisch im angesagten Café Momus, sie nehmen Mimì zeremoniell in ihren Bund auf und zelebrieren nicht nur genüsslich ihr öffentliches Festmahl als Labung der zahllos umherschwirrenden Kinder, sondern statten diese auch noch mit Spielzeugwaffen aller Art aus.

Der Auftritt der Vorstadt-Diva Musetta und ihres gegenwärtigen Galans und Finanziers stiehlt ihnen überraschend die Show. Hemmungslos und atemberaubend inszeniert Musetta einen prächtigen Skandal. Dem kann ihr verflossener Liebhaber Marcello nicht lange widerstehen, und sie liegen sich wieder in den Armen. Jetzt können die Bohemiens triumphieren, mehr Aufmerksamkeit ist nicht zu erringen. Die Ordnung wankt. Anarchie macht sich breit. Rechnungen bleiben unbezahlt, Weihnachten löst sich in einem karnevalistischen Umzug auf. Der Verkaufstempel versinkt im Chaos.


3. BILD

An einem winterlich trüben Frühmorgen in den öden Hinterhöfen trister Seitenstraßen, einem Treff von Nachtarbeiterinnen und -arbeitern verschiedener Profession sucht die erkrankte Mimì nach Marcello, der hier zusammen mit Musetta in einem viertklassigen Etablissement Unterkunft und Arbeit gefunden hat. Mimì weiß nicht mehr weiter. Die selige Weihnachtszeit ist vergangen, ihr Zusammenleben mit Rodolfo ist zur gegenseitigen Qual geworden. Rodolfo sei rasend eifersüchtig, deshalb bittet Mimì Marcello, ihnen dabei zu helfen, sich zu trennen.

Er schickt sie nach Hause und befragt Rodolfo, der sich bei ihm vor Mimì verborgen hat, nach seiner Version des Scheiterns der Beziehnung. Rodolfo gesteht seine Verzweiflung: Mimì sei tödlich erkrankt und er könne ihr nicht helfen. Mimì, die dieses Gespräch belauscht, begreift die Ausweglosigkeit der Situation und will sich sofort von Rodolfo trennen, doch der Versuch missglückt. Sie beschließen zusammen zu überwintern, aneinander geklammert »bis die Blumen erblühen«.

Dagegen halten es Musetta und Marcello nicht mehr miteinander aus. Sie trennen sich in einem wüsten Streit – sie von ihm, ob seiner professionellen Unfähigkeit und er von ihr, ihrer fragwürdigen Profession wegen. Die Liebeszeit ist abgelaufen.


4. BILD

Das Kreativ-Team ist wieder vereint, doch die Blumen sind verblüht, Mimì gegangen, Musetta nicht wieder gesehen. Was bleibt da den Herren, brütend vor leerem Papier und weißer Leinwand? In Erinnerungen schwelgend finden sie Geschmack an ihrer desolaten Situation. Sie werden verzweifelt kreativ und spielen das böse Spiel vom schönen Schein des ach so lustigen Lebens der Bohème vor aller Augen im zur Galerie verwandelten Atelier.

Da stört Musetta das Quartett auf und stürzt es in tiefsten Jammer, denn hinter ihr schleppt sich die sterbende Mimì, nicht – wie sie glaubt – in die Geborgenheit des Ateliers, sondern in das grelle Licht des Kunstmarktes.