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Der Kartenvorverkauf für Vorstellungen in allen Spielstätten und für Konzerte beginnt in der Regel datumsgleich zwei Monate vor dem Vorstellungstermin. Fällt der erste Vorverkaufstag auf einen Samstag oder Sonntag, beginnt der Kartenvorverkauf bereits am Freitag, bei einem Feiertag am Tag davor. Schriftliche SEPA-Bestellungen werden ab zwei Wochen vor Vorverkaufsbeginn bearbeitet. Einige Veranstaltungen können im Online-Kartenverkauf nicht erworben werden. Bitte wenden Sie sich in solchen Fällen an unseren telefonischen Kartenservice (0711. 20 20 90, Mo – Fr 10 - 20 Uhr, Sa 10 - 18 Uhr). Vorstellungen außerhalb der zuvor genannten Vorverkaufszeiträume können über das Online-Bestellformular bestellt werden. Bitte beachten Sie dabei unsere allgemeinen Informationen zum Kartenvorverkauf.
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  • Gültigkeit in der laufenden Spielzeit
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Print@Home
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Technische Anforderungen / Hinweise und Datenschutz
Noch Fragen? 0711. 20 20 90
Mo – Fr 10-20 Uhr, Sa 10-18 Uhr
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Informationen
Opernhaus
Premiere
26. April 2018
Koproduktion mit La Monnaie/de Munt (Brüssel)
Dauer
Der Gefangene: ca. 50 Minuten
Pause: ca. 35 Minuten
Das Gehege: ca. 35 Minuten
Aufführungen, Besetzung, Kartenverfügbarkeit
April 2018
26.04.2018 19:00 - 21:15 Uhr | Besetzung
9 / 18 / 27 / 41 / 54 / 67 / 83 / 100 / 116 € / G
29.04.2018 15:00 - 17:15 Uhr | Besetzung
9 / 17,50 / 25,50 / 38 / 50 / 63 / 78 / 94 / 109 € / F
Mai 2018
21.05.2018 18:00 - 20:15 Uhr | Besetzung
9 / 15 / 21,50 / 32 / 42 / 53 / 65 / 78 / 91 € / E
26.05.2018 19:30 - 21:45 Uhr | Besetzung
9 / 17,50 / 25,50 / 38 / 50 / 63 / 78 / 94 / 109 € / F
Juni 2018
09.06.2018 20:00 - 22:15 Uhr | Besetzung
9 / 17,50 / 25,50 / 38 / 50 / 63 / 78 / 94 / 109 € / F
16.06.2018 20:00 - 22:15 Uhr | Besetzung
9 / 17,50 / 25,50 / 38 / 50 / 63 / 78 / 94 / 109 € / F
25.06.2018 20:00 - 22:15 Uhr | Besetzung
9 / 15 / 21,50 / 32 / 42 / 53 / 65 / 78 / 91 € / E
Besetzung Apr 2018 - Jun 2018
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Musikalische Leitung: Franck Ollu, Regie: Andrea Breth, Bühne: Martin Zehetgruber, Licht: Alexander Koppelmann, Chor: Johannes Knecht, Dramaturgie: Sergio Morabito

Mit: Staatsorchester Stuttgart, Kleindarsteller/Tänzer: Michael Guevera Era

Der Gefangene

Mutter: Ángeles Blancas Gulín, Der Gefangene: Georg Nigl, Der Kerkermeister / Der Großinquisitor: John Graham-Hall, 1. Priester: Julian Hubbard, 2. Priester: Guillaume Antoine

Das Gehege

Die Frau: Ángeles Blancas Gulín

Der Gefangene | Das Gehege

Ein Musiktheaterabend mit Opern von Luigi Dallapiccola und Wolfgang Rihm
in italienischer und deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

Altersempfehlung für Schulklassen


Beide Opern, die hier erstmals zu einem Theaterabend verbunden sind, haben starke politische Implikationen. Dallapiccollas 1949 uraufgeführter Gefangener war während des Kalten Krieges im Westen die meistgespielte moderne Oper: als ein um Allgemeingültigkeit bemühtes Plädoyer individueller Freiheit gegen totalitäre Unterdrückung. Dallapiccola eliminierte die jüdische Identität des Gefangenen seiner literarischen Quelle, Villier de L’Isle Adams »grausamer Geschichte« Folter durch Hoffnung, und verwandelte ihn in einen Niederländischen Freiheitskämpfer gegen die Tyrannei Philipps II. Beunruhigend ist freilich, dass dem Gefangenen die Ideen von Befreiung und Emanzipation ausgerechnet vom Gefangenenwärter souffliert werden, der sich als ein Double des Großinquisitors entpuppt, der den vermeintlich Befreiten am Ende in die Arme schließt und zum Scheiterhaufen führt. Ist Der Gefangene möglicherweise weniger eine Selbstbestätigung jener Welt, die sich gern als »die freie« feiert, als eine Darstellung ihrer ideologischen Sackgassen?

Rihms 2005 uraufgeführte Oper Das Gehege führt uns ans Ende des Kalten Krieges, und auch sie erzählt eine Geschichte über eine ambivalente Häftling-Wärter-Beziehung: In der Nacht der Berliner Maueröffnung versucht eine Frau, einen Zoo-Adler in die Freiheit zu verführen. Die Begegnung endet mit der Schlachtung des Tieres durch die Frau. Der Komponist entnahm diese »nächtliche Szene« dem Stück Schlusschor von Botho Strauss.
Thema

NACH(T)GESPRÄCH

Die Regisseure, Dramaturgen, Sänger und Dirigenten der Produktion beantworten Fragen der Zuschauer. Wir freuen uns auf Ihren Einspruch, Zuspruch und Widerspruch!
  • Sonntag, 29. April 2018
  • Samstag, 09. Juni 2018
  • Samstag, 16. Juni 2018

#OPERNBLOG

Mehr Texte, Bilder, Ton- und Videodokumente zur Produktion finden Sie im Blog der Oper Stuttgart auf
https://operstuttgart.wordpress.com/

EINFÜHRUNG

Werkeinführung
Eine Einführung zum Stück findet vor jeder Vorstellung jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Opernhaus, Foyer I. Rang statt.

Hier können Sie sich aber auch bereits im Vorfeld und bequem zu Hause auf Ihren Theaterbesuch einstimmen und Wissenswertes zur Inszenierung erfahren:

@ Audio-Mitschnitt: Oper Stuttgart | Foto: Bernd Uhlig
Bildergalerie
PRESSESTIMMEN

PRESSESTIMMEN

zur Premiere an der Oper Stuttgart am 29.04.2018
Frankfurter Rundschau, 29.04.2018
„Ein großer Abend, der vom Publikum auch so wahrgenommen wurde.“

„In einer so minuziösen wie sparsamen Inszenierung der hier als Großmeisterin der grundlegend klugen Regie auftretenden Andrea Breth erlebt man zwei existenzielle Situationen von Eingesperrt sein. Und zwar so fundamental und dabei individuell in der jeweiligen Umsetzung, dass man als Außerirdischer den Menschen in seinem Leiden und Sein wirklich kennenlernen könnte.“

„Unter dem präzisen, die zum Teil enormen Aufwallungen klug im Zaum haltenden Dirigat von Franck Ollu […] ist tatsächlich zu hören: Wie sich Dallapiccolas Zwölftonmusik logisch an Puccini anschließt, ganz italienische Oper. Und wie Rihms regelrecht losgelassene Musik doch „schön“ zu nennen ist.“
 
„Der Sängerin wird hier von Rihm eine Virtuosität in der Lautproduktion abverlangt, die erschreckend ist, bei der sensationellen Ángeles Blancas Gulín klingt das aber geschmeidig und beiläufig.“

„Die Gefangenen“ von Judith von Sternburg
Esslinger Zeitung, 27.04.2018
„Ovationen vom Premierenpublikum für einen überragenden Doppelabend.“
 
„[Es] ertönt grandioser Gesang, auf einer Höhe mit der starken, stringenten, konzisen Inszenierung. Die Sopranistin Àngeles Blancas Guliìn als Mutter und vor allem in Rihms enorm fordernder Sopranpartie gestaltet vom gellenden, fanfarenhaften Schrei bis zur feinen Schattierung und leuchtenden Legierung die stimmlichen Exzesse mit einer Intelligenz der Einfühlung, einer Klarheit des Timbres und einer Biegsamkeit der Phrasierung, die sich zu bewegendem Ausdruck fügen. Georg Nigl als Gefangener verbindet die Extreme von Deklamation und Melos zu einer Seelenschilderung von extremer Intensität – und sein Bariton ist zu allem imstande: vom expressiven Schmelz in den Kantilenen bis zu gemeißelter Prägnanz.“

„Dirigent Franck Ollu entfesselt mit dem exzellenten Staatsorchester die Höllenschwärze von Dallapiccolas Musik ebenso wie ihre mit kantabler Emotionalität vermittelte Zwölftönigkeit. In Rihms postmodern-raffiniertem Expressionismus-Nachklang feilt Ollu die Stilparodistik heraus […] und durchleuchtet kongenial alle Facetten, die Glut und das Beben dieser Ausdrucksmusik.“

„Die Freiheit ist der Tod“ von Martin Mezger
Badische Zeitung, 28.04.2018
„Dieser großartige Doppelabend, so unbequem und schmerzlich seine Botschaften auch sind, ist kein verschwurbeltes Kopftheater vom dramaturgischen Reißbrett. Der Dramaturg Sergio Morabito und vor allem die Regisseurin Andrea Breth rühren mit ihren theatralisch klug miteinander verschränkten Inszenierungen den Intellekt ebenso an wie das Herz. Und befinden sich damit auf einer Wellenlänge mit den Komponisten.“

Franck Ollu und das exzellent agierende Staatsorchester tun es auch, bereiten beiden Werken eine fantastische, ebenso sinnliche wie analytische Klanginszenierung. Vor allem halten sie die Balance zu den Sängern, lassen diesen Räume zur Entfaltung. Georg Nigl und Ángeles Blancas Gulín nutzen sie. Der österreichische Ausnahmebariton wartet als Gefangener mit einem unerschöpflichen Spektrum an Gestaltungsmöglichkeiten auf; die spanische Sopranistin offenbart als Mutter wie auch als Frau bei Rihm die hinreißend raue Schönheit ihre Stimme – und ihr exzellentes technisches Potenzial. Das sprengt alle Gitter – vor allem die zum Publikum. Beifallsstürme.“

„Die Freiheit – ein Albtraum“ von Alexander Dick
Stuttgarter Nachrichten, 28.04.2018
„Es wäre ein leichtes für die Regie gewesen, aktuelle Bezüge einzuflechten, die Weltlage böte genügend Anknüpfungspunkte. Allerdings waren die Regisseurin Andrea Breth und ihr Bühnenbildner Martin Zehetgruber klug genug, eben dies nicht zu tun. Die Bühne ist ein Niemandsland, ein kafkaeskes Verlies mit grauen Wänden und (zunächst) einem Käfig.“

Georg Nigl, der hier schon in Rihms Jakob Lenz triumphiert hat, gilt als Spezialist für Partien, in denen seelische Grenzzustände ausgelotet werden, und verzehrt sich auch in Der Gefangene darstellerisch und gesanglich mit Haut und Haaren. Das Publikum dankt es ihm am Ende mit Ovationen.“

„Ein hochspannender Abend, weniger für Opernkulinariker als für jene, die in der Kunst nach Wahrheit suchen.“

„Freiheit als trügerische Sehnsucht“ von Frank Armbruster
Schwäbische Post, 28.04.2018
„Bei dieser ersten Verbindung von Dallapiccolas Prigioniero und Rihms Gehege, die jeweils auch schon mit anderen Partnern verkuppelt worden sind, hat man das Gefühl: Zwei Hälften finden da zueinander. Zudem verklammert Andrea Breth, anerkannte Expertin für psychologischen Realismus, die beiden Kurzopern mit ihrer Regie. Die gibt sich äußerst karg, streng, reduziert […].“

Georg Nigl, in Stuttgart wohlbekannt aus Rihms Jakob Lenz, singt die Partie des Gefangenen bei Dallapiccola als weit ausgreifende Klage, als beklemmendes Seelenbekenntnis.

John Graham-Hall [stattet den Kerkermeister] mit falscher Güte, zynischen Kreuzesgesten und weichem Tenor aus.“

„Wie [Ángeles Blancas Gulín] ihre Hauptrolle als vorgebliche Befreierin und spätere Schlachterin des Adlers stimmlich und mit vollem Körpereinsatz aufwertet, ist schlichtweg grandios – von zart bis flammend, von spöttisch bis machtgeil, vom Seufer bis zum Fortissimo-Angriff.“

„Unter dem rührigen Dirigenten Franck Ollu zeigt das Stuttgarter Staatsorchester seine exquisiten Qualitäten in Sachen Moderne.“

„Seelenklänge in der Finsternis“ von Otto Paul Burkhardt
SWR2
"Die zwölftönig komponierte Musik von Dallapiccolas [Der Gefanene] ist hoch expressiv, und Dirigent Franck Ollu lotet das emotionale Spektrum bis an die Grenzen aus. Dieser Einakter geht unter die Haut. Dass er so verstörend wirkt, liegt auch an den starken, nachgerade archaischen Bildern, die [Regisseurin] Andrea Breth in ihrer Inszenierung findet: Das ist ganz, ganz große Kunst."

"An diesem Abend triumphieren vor allem zwei Sänger, und zwar die, die in den Stücken jeweils die Hauptrolle haben: die spanische Sopranistin Ángeles Blancas Gulín [in Das Gehege] und – noch mal überragend stärker – der österreichische Bariton Georg Nigl [in Der Gefangene].

„Ein großer Gewinn für den Spielplan“ von Susanne Kaufmann
Online Merker, 27.04.2018
„Frenetischer Jubel für das gesamte Team.“

„Das Staatsorchester Stuttgart musiziert unter der souveränen Leitung von Franck Ollu sehr detailliert und auch emotionsgeladen.“

„Die Folter der Hoffnung“ von Alexander Walther

PRESSESTIMMEN

zur Premiere bei La Monnaie / De Munt am 16.01.2018
Süddeutsche Zeitung, 19.01.2018
„Was für ein gewaltiger Abend!“

„Noch nie ist jemand auf die Idee gekommen, diese beiden Stücke zu kombinieren. Obwohl es um eine ähnliche Thematik geht, um Freiheit, Gefangenschaft  und Überleben. Auch musikalisch passen Dallapiccola und Rihm bestens zueinander, der Jüngere scheint den Älteren komponierend fortzuschreiben.“

„Ist [Regisseurin Andrea Breth] inspiriert, dann kann sie tiefer in Stücke hineinblicken, als es ihren Autoren recht sein kann. Sie kann zudem ihre Erkenntnisse in ein Theater verwandeln, das durch Subtilität, Genauigkeit und Emotionsgewalt besticht. All das jetzt in Brüssel – die Aufführung geht im Sommer nach Stuttgart – vollkommen gelungen.“

„Der gefeierte Bariton Georg Nigl ist Breth-erfahren, ein Gefühlsextremist, eine Rampensau. Lustvoll wühlt er sich in die Agonie des Gefangenen. […]Selbst wenn man Nigl nicht hörte, wäre man davon ergriffen, wie genau er den Gefangenen im Halluzinieren zwischen Hoffnung und Todeserschöpfung spielt: nie übertrieben in Mimik und Gestik, stets stille Verzweiflung und zweifelnd auch in seinen Illusionen.“

„Noch faszinierender, noch existenzieller, noch schonungsloser geht Ángeles Blancas Gulín ans Werk. [Sie ist] stimmlich ideal für die zwischen Wahnsinn und Frustration irrlichternde Rihm-Frau und deren Musik.“

"Breth erzählt über Rihm und Dallapiccola hinweg das Ende einer in Tod und Irrsinn scheiternden Liebesbeziehung. Der Mann wie die Frau sind Gefangene - in sich selbst, in ihrer Beziehung, in der Welt. [...] Der Bezug zwischen beiden wird [...] vor allem durch das geniale Bühnenbild deutlich. Martin Zehetgruber hat vor eine kalte, graue Betonwand einen Käfig gestellt, der nach und nach zu einer Käfiglandschaft mutiert. Ein Entkommen gibt es weder für die Sänger noch für die Zuschauer."

„Gefangene gemacht“ von Reinhard J. Brembeck
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.01.2018
„Eine erstaunlich stringente Ergänzung erfährt die Gefängnisoper [Der Gefangene von Luigi Dallapiccola] jetzt am Brüsseler Théâtre de la Monnaie durch das Kurzstück Das Gehege von Wolfgang Rihm. Beide Male geht es um das Verhältnis zwischen einem Gefangenen und seinem Wächter – seinem vermeintlichen Befreier –, zwischen Täter und Opfer, um das Gefühl des Eingesperrtseins und den Drang nach Freiheit.“

„Der Ausstatter Martin Zehetgruber ließ für beide Stücke eine düster-klaustrophobische Einheitsszene mit einer Reihe von Drahtkäfigen in verschiedenen Konstellationen arrangieren, von der Einzelzelle des Prigioniero bis zu einem veritablen Gehege. Ähnlich spartanisch ist auch die Regie von Andrea Breth. Sie setzt auf die Kraft kleinster Gesten in ihrer minutiös komponierten Personenführung.“

Ángeles Blancas Gulín bewältigt die mörderische Partie mit unglaublicher Hingabe. Ihr Sopran durchmisst vom Sprechgesang bis zu artistischen Höhenflügen, zwischen schriller Ekstase und vokaler Inbrunst alles, was Stimme leisten kann, und das in den ungewöhnlichsten Positionen, mal am Boden liegend, mal am Käfiggitter hängend. Eindrucksvoll zwischen Aufbegehren, Resignation und Zuversicht schwankend gestaltet der Bariton Georg Nigl ebenso zuverlässig die Prigioniero-Partie.“  

„Hoffnung ist ein süßes Gift“
von Josef Oehrlein
Die deutsche Bühne online, 17.01.2018
„[Regisseurin] Andrea Breth fordert ihre Darsteller aufs Äußerste und schafft eine beklemmende Stimmung immerwährender Repression und Ausweglosigkeit. Wie immer ist das handwerklich virtuos gemacht und minutiös ausgeführt.“

„Musikalisch ist der Doppelabend von atemberaubender Qualität auf Festspielniveau. Franck Ollu leitet das Monnaie-Orchester souverän, setzt auf zuspitzende Transparenz ohne plärrende Effekte, der Chor ist famos präpariert. Georg Nigl geht als Gefangener in jeder Hinsicht an seine Grenzen: Als überragender Darsteller ist er derzeit konkurrenzlos, seinen anfangs noch balsamisch tönenden Bariton setzt er kompromisslos ein, scheut nicht einmal den unkontrollierten Schrei und nimmt selbst raue, abbrechende Töne inkauf. Kaum nach steht ihm Ángeles Blancas Gulín, die in Das Gehege mit allen Möglichkeiten ihres zugleich biegsamen, vom hauchig-zarten Piano bis zur metallischen Elektra-Attacke begabten dramatischen Sopran virtuos spielt und selbst kopfunter hängend auf den Schultern eines der Adler-Statisten noch berückend bedrohliche Verführungs-Töne produziert.“

„Höchst gediegen“ von Regine Müller
www.concerti.de, 16.01.2018
„Diese Brüssler Kombination stimmt einfach. Zunächst einmal und vor allem musikalisch. Kein Teil drängelte sich vor oder nimmt dem anderen etwas weg. Da offenbart sich plötzlich eine erstaunliche Korrespondenz zwischen den Stücken. Das eine in den Anfangsjahren des Kalten Krieges 1949 geschrieben; das andere komponiert an dessen Ende. [...] Um hier einzudringen und die all die Verwerfungen des Entstehungsjahrhunderts reflektierende innere Verbindung aufzuspüren, sind die Präzisionsfanatikerin Andrea Breth und ihr Bühnenbildner Martin Zehetgruber, wie sich zeigte, genau die Richtigen. “

Andrea Breth hört auf die Stimmen, die Stimmung mehr als auf die Worte. Liefert also keine naturalistische Erzählung, sondern spürt dem nach, was im Untergrund wabert. Die Szene ist dafür sehr sparsam, aufs metaphorisch Wesentliche eingedampft.“
 
„Intendant Peter de Caluwe hat für seine ambitionierte, mit der Oper Stuttgart koproduzierte Premiere genau die zwei Ausnahme-Protagonisten engagiert, die man braucht, um die Distanz zwischen den eher selten zu erlebenden Stücken und dem Zuschauer von heute emotional zu überbrücken. Neben Ángeles Blancas Gulín als Mutter und dann als Anita, ist der mit Breth vertraute Bariton Georg Nigl jener Gefangene, der sich vergeblich Hoffnungen macht, sein Gefängnis verlassen zu können.“

„Im Graben hält Franck Ollu am Pult des Sinfonieorchesters der La Monnaie-Oper mit Präzision und Leidenschaft zusammen, was an diesem Abend ganz offensichtlich zusammengehörte.“

„Käfighaltung für Exoten“ von Roberto Becker
Neue Zürcher Zeitung, 18.01.2018
Ángeles Blancas Gulín gibt darstellerisch wie auch stimmlich alles, vollführt Vogelbalztänze wie aus biologischen Lehrfilmen, reckt gänzlich undivenhaft ihren Unterkörper den hier gleich vier Adlerdarstellern entgegen. Stimmlich entfaltet die spanische Sopranistin auf einer beachtlichen Tiefenbasis hinreichende Durchschlagskraft, erfüllt zwischen Sprechgesang und Melisma sämtliche pluralistischen Stil-Anforderungen. Dass sie über ein bitter-dunkles Timbre von nicht uninteressanter Schärfung verfügt, verdeutlicht den Ausnahmezustand der Figur, erlaubt ihr sogar die Erweiterung der expressiven Möglichkeiten bis an die Grenze eines bewussten Kreischens.“

„Keine Frage: [Regisseurin] Andrea Breth kann Sänger zu darstellerischen Ausnahmeleistungen verführen.“

„Mehr Dringlichkeit bitte“ von Michael Stallknecht
Aachener Zeitung, 18.01.2018
"Andrea Breth, die in Brüssel mit einer fulminanten Inszenierung von Rihms Jakob Lenz für Furore sorgte, steigert nun ihre Glanzleistung. Sie ist die Meisterin der szenischen Reduktion, vermeidet jede überflüssige Geste, lenkt den Blick konsequent auf die inneren Vorgänge der Opfer und sensibilisiert den Blick des Betrachters für feinste Verästelungen und Andeutungen. Auf der überwiegend leeren, schwarz belassenen Bühne genügen ihr die einfachen Käfig- und Gitterlandschaften von Martin Zehetgruber, um die Konflikte hautnah ausdrücken zu können.

"Brüsseler Oper zeigt Doppelabend von Dallapiccola und Rihm" von Pedro Obiera
BRF, 18.01.2018
"Die beiden Operneinakter von rund 45 Minuten Länge sind wie geschaffen für einen Doppelabend. Beide Opern haben starke politische Ansätze, behandeln das Thema der Freiheit. [...] vor allem wie sie in Brüssel auf die Bühne gebracht werden, ist von einer inneren Logik, die mehr als offensichtlich ist."

"Georg Nigls Bühnenpräsenz ist immer wieder atemberaubend. Nur wenige Sänger setzen sich wohl so intensiv mit einer Rolle auseinander wie der Bariton. [... Er] singt mit einer unfassbaren Genauigkeit und körperlichem Engagement die Rolle des Gefangenen [...]."

"Und die Sopranistin Ángeles Blancas Gulín, die bei Dallapiccola die Mutter des Gefangene singt, macht die Rolle der Frau in Rihms Werk zu einem echten Theaterereignis. Sie singt in jeder möglichen und unmöglichen Position, liegend, an den Gittern des Geheges hängend, kopfüber, und es klingt jedes Mal grandios."

"Packendes Musiktheater: Doppelabend in der Monnaie" von Hans Reul
TRAILER

TRAILER ZUR PREMIERE 2017/18


Video © La Monnaie / De Munt, 2018
VIDEOINTERVIEW GEORG NIGL

INTERVIEW MIT GEORG NIGL "DER GEFANGENE"


Video © La Monnaie / De Munt, 2018
VIDEOINTERVIEW FRANCK OLLU

INTERVIEW MIT FRANCK OLLU ÜBER "DER GEFANGENE"

IN FRANZÖSISCH MIT DEUTSCHEN UND ENGLISCHEN UNTERTITELN


Video © La Monnaie / De Munt, 2018
HANDLUNG

HANDLUNG

DER GEFANGENE

PROLOG
Eine einsame, terrorisierte Mutter offenbart ihre Angst. Ein wiederkehrender Albtraum hat ihr die Ahnung eingegeben, dass die letzte Begegnung mit ihrem Sohn bevorsteht: Jede Nacht sieht sie vom Ende eines langen Flurs die unheilverkündende Gestalt des Tyrannen Philipps II. auf sich zuschreiten, der sich in die Allegorie des Todes verwandelt.
 
ERSTE SZENE
Im Dunkel einer Zelle trifft die Mutter ihren gemarterten Sohn. Er erzählt, dass ihn sein Wärter auf dem Höhepunkt seiner Qualen „Bruder“ genannt hat. Dieses Wort habe ihm die Hoffnung und Glauben an das Leben zurückgeschenkt. Er bekennt, dass er wieder begonnen habe zu beten. Da öffnet sich die Zellentür. Der Verzweiflung seiner Mutter schenkt der Gefangene keine Beachtung.

ZWEITE SZENE
Der Wärter ermahnt den Gefangenen, niemals die Hoffnung aufzugeben. Er berichtet, dass in Flandern ein Aufstand gegen die spanische Fremdherrschaft ausgebrochen sei, und dass in Gent bald wieder die Roelandt-Glocke erschallen werde, das Symbol des Widerstands und der Freiheit. Enthusiastisch stimmt der Gefangene in den Freiheitsgesang seines Wärters ein.

DRITTE SZENE
Der Gefangene bemerkt, dass der Wärter beim Gehen die Zelle nicht hinter sich abgeschlossen hat. Er stößt die Tür vorsichtig auf und findet sich in einem engen Gang wieder. Er beginnt ihn mühsam zu durchqueren und wiederholt dabei, um sich zu stärken, das Gebet seiner Kindheit. Zwei Priester gehen vorbei, scheinbar ohne ihn zu bemerken. Ein Luftzug scheint dem Gefangenen anzuzeigen, dass eine Außentür nahe ist.

VIERTE SZENE
Der Gefangene betritt einen Garten unterm nächtlichen Sternenhimmel. Doch seine Seligkeit ist von kurzer Dauer. Er findet sich in den Armen des Großinquisitors wieder, in dem er die Stimme und die Züge des Wärters wiedererkennt: „Bruder, warum nur wolltest du uns am Vorabend deiner Rettung verlassen?“ Der Gefangene versteht, dass ihn die Hinrichtung erwartet und dass die Illusion von Freiheit und Hoffnung seine letzte Folter war.

DAS GEHEGE

Eine Frau dringt nachts in einen Zoo ein und beginnt mit einem Steinadler, der reglos in einer Voliere sitzt, ein Gespräch. Sie zieht ein Messer und schlitzt den Maschendraht seines Käfigs auf. Der Adler verharrt in seiner Trägheit. Getrieben von erotischer Faszination und Angst zugleich, provoziert die Frau den Adler und stachelt ihn durch Beleidigungen, Spott und Drohungen an, sie zu attackieren. Endlich geht der Adler zum Gegenangriff über. Die Frau massakriert den Adler.