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bedeutet, dass Sie mit Ihrem Ticket entsprechend den örtlichen Gegebenheiten Ihren Platz frei auswählen können.

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Bitte nutzen Sie im Falle der Blockade unsere Bestplatzbuchung oder wenden Sie sich an unseren  Telefonischen Kartenverkauf 0711. 20 20 90.

Bitte beachten Sie unsere AGB sowie nachfolgende Auszüge aus den allgemeinen Informationen zum Kartenvorverkauf.

Vorverkaufszeitraum
Der Kartenvorverkauf für Vorstellungen in allen Spielstätten und für Konzerte beginnt in der Regel datumsgleich zwei Monate vor dem Vorstellungstermin. Fällt der erste Vorverkaufstag auf einen Samstag oder Sonntag, beginnt der Kartenvorverkauf bereits am Freitag, bei einem Feiertag am Tag davor. Einige Veranstaltungen können im Online-Kartenverkauf nicht erworben werden. Bitte wenden Sie sich in solchen Fällen an unseren telefonischen Kartenservice (0711. 20 20 90, Mo – Fr 10 - 20 Uhr, Sa 10 - 18 Uhr). Vorstellungen außerhalb der zuvor genannten Vorverkaufszeiträume können über das Online-Bestellformular bestellt werden. Bitte beachten Sie dabei unsere allgemeinen Informationen zum Kartenvorverkauf.
Platzauswahl
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Kartenpreise
Die Kartenpreise im Online-Verkauf beinhalten eine Servicepauschale von 1,00 € pro Eintrittskarte.
Ermäßigungen (außer Schauspielcard)
Bitte nutzen Sie hierzu den telefonischen Vorverkauf
unter 0711. 20 20 90, den schriftlichen Bestellweg oder
wenden Sie sich an unsere Theaterkasse, da Ermäßigungen
im Online-Verkauf nicht möglich sind.
Geschenkgutscheine
Geschenkgutscheine sind auf Dritte übertragbar und haben eine Gültigkeit von drei Jahren nach Ausstellungsdatum. Die Frist beginnt am 31.12. des Jahres, in dem der Gutschein erworben wird. Eine Verlängerung der Gültigkeitsdauer ist ausgeschlossen. Eine Barauszahlung des Gegenwertes des Gutscheines ist nicht möglich. Der Geldwert wird mit dem Kaufpreis verrechnet (darüber liegende Differenzen können aufgezahlt werden). Eventuelle vorhandene Restguthaben werden in Form eines Restwertgutscheines ausgegeben. Eine nachträgliche Anrechnung eines Gutscheins auf einen bereits getätigten Kauf ist leider nicht möglich. Geschenkgutscheine können nicht für den Kauf von weiteren Geschenkgutscheinen eingelöst werden.
Abonnement eGutscheine
Ihre eGutscheine sind unter Ihrer persönlichen Kundennummer hinterlegt, sobald Ihnen Ihre Abonnementunterlagen zur Verfügung stehen.
eAbonnementgutscheine = Geldbetrag nach Freigabe einer Abonnementvorstellung
  • Gültigkeit bis Ende der Folgespielzeit
  • einsetzbar für alle Vorstellungen mit Ausnahme von Sonderveranstaltungen
  • nicht kombinierbar mit anderen Abonnement-Gutscheinen

eWahlabonnementschecks = 15% Preisvorteil für alle Schauspiel-Repertoirevorstellungen im Schauspielhaus
  • Gültigkeit in der laufenden Spielzeit
  • nicht kombinierbar mit anderen Abonnement-Gutscheinen

eErmäßigungsgutscheine = 20% Ermäßigung auf den Tageskassenpreis einer Repertoirevorstellung (wird über das System mit 0,00 € ausgewiesen)
  • Gültigkeit in der laufenden Spielzeit
  • nicht kombinierbar mit anderen Abonnement-Gutscheinen

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Zustellung / Abholung per Kaufbestätigung
Gegen eine Versandpauschale von 1,50 € können Eintrittskarten bzw. Geschenkgutscheine zugesandt werden, wenn der Zeitpunkt der Bestellung dies zulässt. Eine Haftung können die Staatstheater Stuttgart dafür nicht übernehmen.
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Print@Home
Gültig ab Vorverkaufsbeginn. Bei uns können Sie print@home-Eintrittskarten rund um die Uhr online kaufen und selbst ausdrucken.
Dieser Buchungsservice steht Ihnen ohne Aufpreis bis 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn zu Verfügung und wird während der Buchung über die Auswahl der Versandart festgelegt.
Nach Abschluss des Kaufvorgangs wird die gewünschte print@home-Eintrittskarte als pdf-Datei angezeigt und kann sofort ausgedruckt werden.
Sie erhalten außerdem eine Kaufbestätigung an die von Ihnen hinterlegte Mail-Adresse mit der Eintrittskartendatei im Anhang.
Die Personalisierung jeder Karte mit Name und Geburtsdatum zum Schutz des Käufers verhindert eine missbräuchliche Vervielfältigung.
Jede print@home-Eintrittskarte berechtigt zum einmaligen Einlass nur in Zusammenhang mit einem gültigen Ausweis.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an unseren telefonischen Kartenverkauf (0711. 20 20 90, Mo – Fr 10-20 Uhr, Sa 10-18 Uhr).

print@home-Eintrittskarte = Fahrausweis
Ihre print@home-Eintrittskarte gilt ohne Aufpreis als Fahrkarte für  den öffentlichen Nahverkehr im VVS und wird automatisch auf der print@home-Eintrittskarte mit angedruckt. Bitte beachten Sie die notwendige Personalisierung während des Buchungsvorgangs.
Späteinlass
kann für bestimmte Vorstellungen ausgeschlossen sein. Unser telefonischer Kartenservice (0711. 20 20 90, Mo – Fr 10-20 Uhr, Sa 10-18 Uhr) gibt Ihnen gerne Auskunft!
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Rückgaben / Umtausch
Wir bitten Sie, vor dem Aktivieren der zahlungspflichtigen Bestellung Ihre Angaben genau zu prüfen, da Eintrittskarten und Gutscheine weder zurückgenommen noch umgetauscht werden können.

Technische Anforderungen / Hinweise und Datenschutz
Noch Fragen? 0711. 20 20 90
Mo – Fr 10-20 Uhr, Sa 10-18 Uhr
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6. Liedkonzert

Farges mihk nit! - Vergiss mich nicht!
20:00 Uhr Mercedes-Benz Museum, Großer Saal
Informationen
Opernhaus
Premiere
24. April 2016
Eine Produktion der Oper Stuttgart in Kooperation mit Nico and the Navigators
Dauer
Erster Teil: ca. 1 Std. 10 Min.
Pause (nach der 5. Szene): ca. 25-30 Min.
Zweiter Teil: ca. 1 Std. 20 Min.
Besetzung
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Musikalische Leitung: Sylvain Cambreling, Regie: Nicola Hümpel, Bühne: Oliver Proske, Kostüme: Teresa Vergho, Licht: Jörg Bittner, Live-Video: Judith Konnerth, Videofilm Regie & Schnitt: Nicola Hümpel, Videofilm Kamera: Judith Konnerth, Dramaturgie: Ann-Christine Mecke

Die Dirne: Lauryna Bendziunaite, Der Soldat: Daniel Kluge, Das Stubenmädchen: Stine Marie Fischer, Der junge Herr: Sebastian Kohlhepp, Die junge Frau: Rebecca von Lipinski, Der Gatte: Shigeo Ishino, Das süße Mädel: Kora Pavelic, Der Dichter: Matthias Klink, Die Sängerin: Melanie Diener, Der Graf: André Morsch, Paar im Video: Julla von Landsberg (Nico and the Navigators), Michael Shapira (Nico and the Navigators)

Reigen

von Philippe Boesmans
in deutscher Sprache mit Übertiteln


Zehnmal erschreckend banales Gerede vor und nach dem Sex. Und immer Angst, dass dieses Erlebnis nicht einzigartig sein könnte: Warst du schon einmal mit jemandem hier? … Du erinnerst mich an wen. – So? An wen denn? … War in diesen Räumen schon einmal eine andere Frau?

Der Reigen, das sind zehn mehr oder weniger erotische Treffen zwischen je einem Mann und einer Frau – wie in einem Kreistanz begegnen sich Dirne und Soldat zum »Zusammensein«, dann Soldat und Stubenmädchen, Stubenmädchen und Junger Mann, bis am Ende ein Graf wieder auf die Dirne trifft. Allen sozialen Unterschieden zum Trotz wiederholen sich Motive und Verhaltensweisen in erschreckender Weise: Man ziert sich, man hat es eilig, man macht so etwas eigentlich nicht. Und »danach« hat es plötzlich der andere eilig, wird grob oder entzieht sich mit belanglosen Sätzen. Zum Sex kommt es immer, zur Begegnung nur in Ausnahmefällen.

Schnitzler selbst verhängte ein Aufführungsverbot über seine 1920 geschriebenen Zehn Dialoge, das bis 1982 gültig war. 1993 wurde das Schauspiel von dem belgischen Komponisten Philippe Boesmans und dem Regisseur Luc Bondy zu einer Oper verarbeitet. Die raffiniert instrumentierte Musik fügt der Vorlage noch einigen Witz hinzu – oder wussten Sie, dass auch Mücken einen erotischen »Reigen« veranstalten?

Erste Pressestimmen zur Premiere gibt es hier.

PHILIPPE BOESMANS IM KAMMERKONZERT

PHILIPPE BOESMANS IM LIEDKONZERT

VORTRAG "DAS OPERNSCHAFFEN VON PHILIPPE BOESMANS"

#OPERNBLOG

Mit Texten, Bildern, Ton- und Videodokumenten begleiten Dramaturgie und Kommunikationsabteilung die Produktion Reigen im Blog der Oper Stuttgart auf operstuttgart.wordpress.com

NACH(T)GESPRÄCHE

Die Regisseure, Dramaturgen, Sänger und Dirigenten der Produktion beantworten Fragen der Zuschauer. Wir freuen uns auf Ihren Einspruch, Zuspruch und Widerspruch!
  • Freitag, 13. Mai 2016
  • Freitag, 20. Mai 2016

EINFÜHRUNG

Eine Einführung zum Stück findet vor jeder Vorstellung jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Opernhaus, Foyer I. Rang statt.
 
Hier können Sie sich aber auch bereits im Vorfeld und bequem zu Hause auf Ihren Theaterbesuch einstimmen und Wissenswertes zur Inszenierung erfahren:
 
© Audio-Mitschnitt: Oper Stuttgart | Foto: A.T. Schaefer

LIVE ÜBERTRAGUNG AM 6. MAI UM 19 UHR

Anlässlich des 80.Geburtstages von Philippe Boesmans am 17. Mai wurde die Vorstellung von Reigen am Freitag, 6. Mai 2016, um 19 Uhr live über das internationale Internetportal The Opera Platform übertragen und ist nun für weitere 6 Monate dort abrufbar. Parallel dazu steht die Aufzeichnung im Mai auf ARTE concert per Streaming zur Verfügung. Bildregie: Marcus Richardt | FAVO Film

KONRAD-WOLF-PREIS FÜR NICOLA HÜMPEL

2016 geht die Auszeichnung durch die Akademie der Künste an Regisseurin Nicola Hümpel.

MAGAZIN "REIHE 5" NR. 3

Bildergalerie
PRESSESTIMMEN

PRESSESTIMMEN

zur Premiere am 24.04.2016 und zur Vorstellung am 06.05.2016
Die deutsche Bühne, 25.04.2016
„Handwerklich ist diese Musiktheaterproduktion perfekt gearbeitet. Und auch im Orchestergraben herrscht Präzision."

„Die Regisseurin Nicola Hümpel vom Berliner Musiktheaterensemble 'Nico and the Navigators' greift diese musikalische Ironie auch szenisch auf, was dem umjubelten Premierenabend eine Leichtigkeit verleiht und mehrfach lautes Lachen im Publikum provoziert.“

„Verloren im Schaumstoff" von Georg Rudiger
Süddeutsche Zeitung, 09.05.2016
„Zeitgenössische Oper als Publikumserfolg, wie schön.“

„[Philippe Boesmans beherrscht], was vielen Gegenwartskomponisten schwer fällt: Er kann für Stimmen schreiben, was ihm die Sänger mit einer beachtlichen Ensembleleistung danken. Da lockt die Prostituierte (Lauryna Bendžiūnaitė) in gurrenden Koloraturen, während der Soldat (Daniel Kluge) eher geradlinig rezitiert. Da ergeht sich die Sängerin (Melanie Diener) in den großen Linien der Hochdramatischen, während der Graf (André Morsch) seinen unfruchtbaren Stammbaum mit Ausflügen ins Falsett illustrieren darf. Dass sie auch körpersprachlich individuell wirken, dafür hat die Regisseurin Nicola Hümpel […] gesorgt. [Sie] findet ebenso wie ihre Kostümbildnerin Teresa Vergho feine Formen, soziale Schichten in der Gegenwart zu erzählen.“

„Jeder Sex ist anders“ von Michael Stallknecht
Stuttgarter Zeitung | Stuttgarter Nachrichten - Nachtkritik, 25.04.2016
Eine „Lesart der Regisseurin Nicola Hümpel, die mit beeindruckenden Perspektivwechseln, Witz, Gefühl und nicht nur nebensächlicher, sondern ästhetisch prägender Videoarbeit die Szene belebt. Von B wie Bendžiūnaitė bis P wie Pavelić ist das alles hochgradig durchdachtes Opernschauspieltheater, musikalisch en detail ausgehört vom Dirigenten Sylvain Cambreling mit dem Stuttgarter Staatsorchester. (...) Großer Abend, beste Stimmung."

Am Sonntagabend im Opernhaus, Schnitzlers Reigen mit Witz und Gefühl" von Mirko Weber
Stuttgarter Zeitung | Stuttgarter Nachrichten , 25.04.2016
„In der intelligenten Stuttgarter Neuinszenierung von Philippe Boesmans' Reigen, nach Arthur Schnitzler und Luc Bondy, zeigt die Regisseurin Nicola Hümpel, dass sie eine leichte Hand, viel Gefühl und einen scharfen Verstand hat.“

Sylvain Cambreling, damals auch der Uraufführungsdirigent, entlockt dem Stuttgarter Staatsorchester auch jetzt wieder die komischsten und die blühendsten Töne. (…) Wie überhaupt alle Orchestergruppen, vorneweg Schlagzeug, Klavier, Celesta (Jan Croonenbroeck) und die Streicher, immer präsent sind, es mag noch so kleinteilig und rhythmisch vertrackt werden – ein kollektives, kleines Aufmerksamkeitswunder.“

„Unmöglich, hier jemanden aus dem spielfreudigen Ensemble hervorzuheben, und gerechterweise trifft der große Beifall nach zweimal siebzig Minuten Versuchsanordnung alle nahezu gleich.“

„Mit Terzen kann man Menschen fangen“ von Mirko Weber
dpa, 25.04.2016
„Das Ensemble glänzte darstellerisch, wie auch auf den Großaufnahmen der Gesichter in den Videoprojektionen im Hintergrund zu sehen war. Viele Zuschauer meinten, dass sie selten das Stilmittel Video so kunstvoll und punktgenau eingesetzt gesehen haben wie in dieser Inszenierung."

„Komponist Boesmans bewegt nach Reigen - Premiere an Oper Stuttgart" von Ulf Mauder
BR-KLASSIK, 25.04.2016
„Weil die Regie das Thema eher auf die leichte Schulter nimmt, bleibt es ein insgesamt unterhaltsamer Abend. Sex zu sehen gibt es nicht, eher schon Dokumente seines Scheiterns. Und das ist oftmals ziemlich witzig.“

„Per Live-Video sind die Gesichter in Großaufnahmen zu sehen, was in diesem Fall tatsächlich mal gut passt, weil sich die durchweg sehr guten Sänger auch als vorzügliche Schauspieler entpuppen.“

„Schnitzlers Techtelmechtel in Zeiten von Dating Apps“ von Carsten Umlauf
Frankfurter Rundschau, 26.04.2016
„Farbig und edel rollt das Staatsorchester Stuttgart Boesmans lukullische Musik unter der Leitung von Sylvain Cambreling aus, der die Uraufführung 1993 in Brüssel dirigierte. […] Das Konzept [von Regisseurin] Nicola Hümpel ist bedingungslos komödiantisch, aber noch das Albernste ist wohleingerichtet. […] Das Maßgeschneiderte zeigt schon das perfekte Bühnenbild von Oliver Proske. Die knapp am Wahrscheinlichen vorbeigehenden Möbel für die jeweilige Szene kommen auf einer Drehbühne hereingefahren, zwischen Raumteilern mit lustigen Tapeten, zwischen denen Betten, Tische, Menschen mittels exakt ausgesägter Löcher durchpassen.“

„Man töte diese Mücke!“ von Judith von Sternburg
Schwäbische Zeitung, 26.04.2016
„Insgesamt ist diese Produktion ein Volltreffer in jeder Beziehung.“

Sylvain Cambreling erweist sich als feinfühliger Anwalt dieser prallen, wirkungsmächtigen, eminent theatertauglichen Klangräume. Lauryna Bendžiūnaitė (Dirne), Daniel Kluge (Soldat), Stine Marie Fischer (Stubenmädchen), Sebastian Kohlhepp (junger Herr) und Kora Pavelić (süßes Mädel) singen und spielen großartig. Besonders beeindruckend sind Rebecca von Lipinski (junge Frau), Shigeo Ishino (Gatte), und Matthias Klink (Dichter). Melanie Diener ist als hysterisch-eitle Sängerin eine Wucht ebenso wie André Morsch als neurotischer Graf. In Nicola Hümpels einfallsreicher Inszenierung begegnet Sigmund Freuds Wien der Cyber-Gegenwart. Kunstvoll konstruierte Engführungen von Szene und Video schaffen vielfache Perspektiven. Personenführung und Mimik sind minutiös einstudiert. Als Pendant zum Reigen der Paarungen dient die Drehbühne mit vorüberfahrenden Zwischenwänden. Auf der Kippe zwischen existenziellem Ernst, grotesker Verfremdung und feiner Komik bleibt alles eng an Boesmans wundervoller Musik.“

„Philippe Boesmans’ Schnitzler-Oper ‚Reigen‘ an der Staatsoper Stuttgart ist ein Volltreffer“ von Werner Müller-Grimmel
Südwest Presse Ulm, 26.04.2016
„Der Reigen umjubelt in Stuttgart“

„Das ist ziemlich viel Oper: überragend gespielt vom Staatsorchester unter der Leitung Sylvain Cambrelings. Der war schon der Uraufführungsdirigent, spielte das Werk auch in seiner Zeit als Frankfurter Opernchef und kennt jede Nuance, jede Stimmungslage, jeden Effekt. Eine sehr klangplastische, pointierte Premiere war das. Großer Applaus - auch für den sich verbeugenden, sehr gerührten 79-jährigen Komponisten Boesmans.“

„Bestens aufgelegt agierte das Stuttgarter Ensemble: darunter Rebecca von Lipinski als die junge Frau, Kora Pavelic als herrlich glupschäugig-naives süßes Mädel und Matthias Klink als grotesk triebgesteuerter Dichter. Und Melanie Diener gibt emphatisch die Primadonna.“

„Regisseurin Nicola Hümpel und ihr Team zeigen den Reigen stylish designed und auch ein bisschen trashig aufgepeppt im Handy-Zeitalter. Keine Schocker-Inszenierung, kein Opern-Porno, sondern ein ernstes Lust-Spiel.“

„Potente Oper“ von Jürgen Kanold
Deutschland Radio Berlin, Fazit, 24.04.2016
„Das Orchester spielt auf immens hohem Niveau."

Erotischer Reigen: Nico and The Navigators inszenieren Philippe Boesmans Oper" von Jörn Florian Fuchs
Stuttgarter Zeitung | Stuttgarter Nachrichten, 25.04.2016
Oliver Proskes Bühnenbild ist ein Ereignis: wie es das oft mit deutlichem Augenzwinkern entworfene, fantastische Mobiliar der einzelnen Szenen durch Aussparungen in der rechten Seitenwand hinaus- und durch Aussparungen in der linken hineinfahren lässt, wie es immer neue, meist steril gekachelte Räume aufblättert, als seien die Wände Buchseiten.“

Reigen an der Oper Stuttgart. Man töte diese Mücke!“ von Susanne Benda
Vorarlberger Nachrichten, 26.04.2016
„…jede Geste, jede Regung, jeder Gesichtszug, der live auch auf einer Großleinwand zu sehen ist, wird von den Sängerdarstellern derart exakt ausgeführt, dass man oftmals denkt, ob das wohl menschenmöglich ist.“

„Hoppla, Sex und Video, das geht auch in höchster Güte“ von Christa Dietrich
Reutlinger Generalanzeiger, 10.05.2016
„[Alle Sänger] rauschen nicht nur furios spielend, sondern auch ganz herrlich singend ins Paarwendungs-Fiasko. Ihr aller Agieren wirkt umso vergeblicher, als [Regisseurin] Nicola Hümpel ihnen in Filmsequenzen eine gelungene Paarbegegnung wie eine Utopie gegenüberstellt. Hinten sieht man, wie es sein könnte, vorne, wie es ist. Die Different ist Komik, Tragik, Absurdität in eine. Und gerade deshalb so anrührend.“

„Karusell gescheiterter Annäherung“ von Armin Knauer
HANDLUNG
Handlung

1. Szene: Die Dirne Leocadia bietet dem Soldaten Franz ihre Dienstleistung unentgeltlich an.
Nach dem Sex eilt Franz davon und weigert sich, etwas Geld „für den Hausmeister“ dazulassen.

2. Szene: Der Soldat Franz und das Stubenmädchen Mizzi haben sich beim Tanzen kennengelernt. Er führt sie in die Dunkelheit, in der die beiden einem anderen Paar zuhören können.
Nach dem Sex möchte Mizzi von Franz nach Hause gebracht werden, was dieser ablehnt.

3. Szene: Ein heißer Tag im Haus der Familie des jungen Herrn, dessen Eltern ausgegangen sind. Das Stubenmädchen Mizzi schreibt einen Brief an Franz. Der junge Herr langweilt sich, fühlt sich von einer Mücke belästigt und liest Stendhals Über die Liebe.
Nach dem Sex hat es der junge Herr sehr eilig, „ins Kaffeehaus“ zu kommen.

4. Szene: Der junge Herr hat sich mit der jungen Frau Emma in einem Hotel verabredet. Sie kündigt an, „nur fünf Minuten“ bleiben zu wollen. Aus einem Nachbarzimmer hört man ein anderes Paar. Der junge Herr ist sehr aufgeregt und überspielt sein „Versagen“ mit Zitaten aus Stendhals Buch.
Nach dem Sex eilt Emma davon, lässt sich aber doch zu einer Folgeverabredung bewegen.

5. Szene: Die junge Frau Emma liegt im Ehebett und liest Stendhal, als ihr Gatte Gottfried hinzukommt. Er legt ihr eine eigene Theorie zum Erhalt der Liebe in der Ehe dar und spricht voll Abscheu über „die Geschöpfe“, auf die Männer vor der Ehe „angewiesen sind“.
Nach dem Sex erinnern sich beide an ihre Hochzeitsreise nach Venedig.

6. Szene: Der Gatte Gottfried trifft sich mit dem süßen Mädel. Sie erzählt von ihrer Familie, was ihn rührt. Beide werden wehmütig: Sie fühlt sich durch ihn an ihren früheren Geliebten erinnert, er durch sie an seine Jugend.
Nach dem Sex gibt Gottfried an, weit entfernt zu wohnen. Trotzdem wollen beide sich wiedersehen.

7. Szene: Das süße Mädel unterhält sich mit dem Dichter Robert. Er ist begeistert, eine „dumme“ Person vor sich zu haben, die sich nicht für seine vermeintliche Berühmtheit interessiert. Das süße Mädel kann sein Verhalten nicht verstehen.
Nach dem Sex spricht der Dichter davon, mit ihr „irgendwo in der Einsamkeit draußen, im Wald, in der Natur“, aber nur „ein paar Wochen lang“ zusammen sein zu wollen. Das süße Mädel bleibt verwirrt zurück.

8. Szene: Der Dichter Robert und die Sängerin sind zusammen verreist. Beide begegnen einander launisch, ironisch und bösartig und betonen, dass sie eigentlich kein Interesse aneinander haben.
Nach dem Sex bleibt der Umgang der beiden unverändert.

9. Szene: Die Sängerin telefoniert mit dem Dichter, als der Graf sie besuchen kommt. Der Graf verhält sich sehr umständlich und gibt an, morgens nicht zum Sex aufgelegt zu sein.
Nach dem Sex machen beide widersprüchliche Angaben über eine mögliche nächste Verabredung.

10. Szene: Der Graf erwacht bei der Dirne Leocadia. An die Ereignisse der vergangenen Nacht kann er sich nur bruchstückhaft erinnern. Leocadia berichtet, dass er erst „nachher“ mit ihr zusammen eingeschlafen sei. Der Graf verabschiedet sich.

Das Leben geht weiter.