Informationen zur Platzauswahl

Bestplatzbuchung
Bei der Bestplatzbuchung entscheiden Sie sich für eine Platzkategorie und wählen die Anzahl der gewünschten Eintrittskarten aus. Innerhalb der gewählten Kategorie findet eine automatische Vergabe der Plätze statt, Sie erhalten die besten verfügbaren Plätze. Nummerierte Sitzplätze befinden sich in der Regel nebeneinander. Sollte an Ihrem Rechner Probleme mit Java auftreten, so erfolgt automatisch die Bestplatzbuchung.

Saalplanbuchung
Bei der Saalplanbuchung wählen Sie Ihre Plätze persönlich und sitzplatzgenau im grafischen Saalplan aus. Starten Sie die Saalplanbuchung und entscheiden Sie sich für einen Bereich. Dort können Sie die Plätze per Mausklick auswählen. Bei einigen Veranstaltungen wird die Saalplanbuchung nicht angeboten.

Freie Platzwahl
bedeutet, dass Sie mit Ihrer Eintrittskarte entsprechend den örtlichen Gegebenheiten Ihren Platz frei auswählen können. In der Regel handelt es sich dabei um Sitzplätze, in einigen Fällen stehen Ihnen jedoch auch Stehplätze zur Verfügung.

Sitz- oder Stehplatz je nach Verfügbarkeit
In der so bezeichneten Preiskategorie werden überwiegend (jedoch nicht garantiert) Sitzplätze angeboten. Unter Umständen werden auch Stehplatzkarten zum gleichen Preis zugeschickt. Ein bestimmter Wunsch bezüglich Steh- oder Sitzplatz kann in diesem Zusammenhang leider nicht erfüllt werden. Ein späterer Umtausch der gelieferten Eintrittskarten ist nicht möglich.

Sichteinschränkungen/Übertitel
Auf Grund von baulichen Gegebenheiten oder auch inszenierungsbedingt sind Einschränkungen der Sicht (auch auf die Übertitel, die in zahlreichen Vorstellungen angeboten werden) von bestimmten Plätzen möglich. Bitte erkundigen Sie sich nach eventuellen Beeinträchtigungen unter 0711. 20 20 90 (Mo – Fr 10-20 Uhr, Sa 10-18 Uhr).
Nicht mehr zustellbar
bedeutet, dass die Veranstaltung zeitnah stattfindet und eine Lieferung der Eintittskarten nicht mehr möglich ist. Bitte wählen Sie als Alternative ‚Abholung der Eintrittskarten‘.

Nur 1 Eintrittskarte auswählbar / Einzelsitzplatz
über die Bestplatzbuchung können nur noch einzelne Plätze (keine zusammenhängende Plätze) in der entsprechenden Kategorie gebucht werden. Einzelsitzplätze sind vereinzelte Restplätze. Auch wenn eine größere Anzahl verfügbar ist, sind diese Plätze nicht zusammenhängend. Möglicherweise stehen über die Saalplanbuchung noch zusammenhängende Plätze zur Verfügung.

Noch Fragen? 0711. 20 20 90
Mo – Fr 10 – 20 Uhr, Sa 10 – 18 Uhr

Informationen zum Online-Verkauf

Die Kartenbestellung im Saalplan basiert auf der Software Java. Aktuell wird die Ausführung dieser Software durch den Browserhersteller (z.B. Mozilla Firefox) auf Ihrem PC möglicherweise blockiert (Sie sollten daher immer die neueste Java-/Browser-Version installiert haben).

Bitte nutzen Sie im Falle der Blockade unsere Bestplatzbuchung oder wenden Sie sich an unseren  Telefonischen Kartenverkauf 0711. 20 20 90.

Bitte beachten Sie unsere AGB sowie nachfolgende Auszüge aus den allgemeinen Informationen zum Kartenvorverkauf.

Vorverkaufszeitraum
Der Kartenvorverkauf für Vorstellungen in allen Spielstätten und für Konzerte beginnt in der Regel datumsgleich zwei Monate vor dem Vorstellungstermin. Fällt der erste Vorverkaufstag auf einen Samstag oder Sonntag, beginnt der Kartenvorverkauf bereits am Freitag, bei einem Feiertag am Tag davor. Einige Veranstaltungen können im Online-Kartenverkauf nicht erworben werden. Bitte wenden Sie sich in solchen Fällen an unseren telefonischen Kartenservice (0711. 20 20 90, Mo – Fr 10 - 20 Uhr, Sa 10 - 18 Uhr). Vorstellungen außerhalb der zuvor genannten Vorverkaufszeiträume können über das Online-Bestellformular bestellt werden. Bitte beachten Sie dabei unsere allgemeinen Informationen zum Kartenvorverkauf.
Platzauswahl
Im Buchungsverlauf werden Ihnen Informationen zur Platzauswahl angezeigt.
Kartenpreise
Die Kartenpreise im Online-Verkauf beinhalten eine Servicepauschale von 1,00 € pro Eintrittskarte.
Ermäßigungen (außer Schauspielcard)
Bitte nutzen Sie hierzu den telefonischen Vorverkauf
unter 0711. 20 20 90, den schriftlichen Bestellweg oder
wenden Sie sich an unsere Theaterkasse, da Ermäßigungen
im Online-Verkauf nicht möglich sind.
Geschenkgutscheine
Geschenkgutscheine sind auf Dritte übertragbar und haben eine Gültigkeit von drei Jahren nach Ausstellungsdatum. Die Frist beginnt am 31.12. des Jahres, in dem der Gutschein erworben wird. Eine Verlängerung der Gültigkeitsdauer ist ausgeschlossen. Eine Barauszahlung des Gegenwertes des Gutscheines ist nicht möglich. Der Geldwert wird mit dem Kaufpreis verrechnet (darüber liegende Differenzen können aufgezahlt werden). Eventuelle vorhandene Restguthaben werden in Form eines Restwertgutscheines ausgegeben. Eine nachträgliche Anrechnung eines Gutscheins auf einen bereits getätigten Kauf ist leider nicht möglich. Geschenkgutscheine können nicht für den Kauf von weiteren Geschenkgutscheinen eingelöst werden.
Abonnement eGutscheine
Ihre eGutscheine sind unter Ihrer persönlichen Kundennummer hinterlegt, sobald Ihnen Ihre Abonnementunterlagen zur Verfügung stehen.
eAbonnementgutscheine = Geldbetrag nach Freigabe einer Abonnementvorstellung
  • Gültigkeit bis Ende der Folgespielzeit
  • einsetzbar für alle Vorstellungen mit Ausnahme von Sonderveranstaltungen
  • nicht kombinierbar mit anderen Abonnement-Gutscheinen

eWahlabonnementschecks = 15% Preisvorteil für alle Schauspiel-Repertoirevorstellungen im Schauspielhaus
  • Gültigkeit in der laufenden Spielzeit
  • nicht kombinierbar mit anderen Abonnement-Gutscheinen

eErmäßigungsgutscheine = 20% Ermäßigung auf den Tageskassenpreis einer Repertoirevorstellung (wird über das System mit 0,00 € ausgewiesen)
  • Gültigkeit in der laufenden Spielzeit
  • nicht kombinierbar mit anderen Abonnement-Gutscheinen

So lösen Sie Ihre eGutscheine ein:
Melden Sie sich mit Ihrer persönlichen Kundennummer über Ihren Account an. Wählen Sie Ihre Eintrittskarte(n) aus und akzeptieren Sie die AGB. Darauffolgend erscheinen Ihre ausgewählten Gutscheinnummern unter „Gutschein“.  Aktivieren Sie die Einlösung und die automatische Zuordnung über „Gutscheine einlösen“. Änderungen der Gutscheinauswahl sind über „Gutschein zurücknehmen“ möglich. Nun prüfen Sie Ihre Eingaben und bestellen Ihre Karten.
Zustellung / Abholung per Kaufbestätigung
Gegen eine Versandpauschale von 1,50 € können Eintrittskarten bzw. Geschenkgutscheine zugesandt werden, wenn der Zeitpunkt der Bestellung dies zulässt. Eine Haftung können die Staatstheater Stuttgart dafür nicht übernehmen.
Die Kaufbestätigung wird Ihnen automatisch per E-Mail an die von Ihnen eingetragene Mail-Adresse zugesandt, nachdem die zahlungspflichtige Bestellung ausgelöst wurde.
Mit Vorlage der ausgedruckten Kaufbestätigung können Eintrittskarten in der Theaterkasse bzw. an der entsprechenden Vorstellungskasse, Geschenkgutscheine ausschließlich in der Theaterkasse (Mo – Fr 10-19 Uhr, Sa 10-14 Uhr) abgeholt werden.
Nur ausgedruckte Eintrittskarten gelten als Fahrscheine in den Verkehrsmitteln des VVS. Die ausgedruckten Kaufbestätigungen werden als Fahrtberechtigungen im VVS nicht akzeptiert.

Print@Home
Gültig ab Vorverkaufsbeginn. Bei uns können Sie print@home-Eintrittskarten rund um die Uhr online kaufen und selbst ausdrucken.
Dieser Buchungsservice steht Ihnen ohne Aufpreis bis 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn zu Verfügung und wird während der Buchung über die Auswahl der Versandart festgelegt.
Nach Abschluss des Kaufvorgangs wird die gewünschte print@home-Eintrittskarte als pdf-Datei angezeigt und kann sofort ausgedruckt werden.
Sie erhalten außerdem eine Kaufbestätigung an die von Ihnen hinterlegte Mail-Adresse mit der Eintrittskartendatei im Anhang.
Die Personalisierung jeder Karte mit Name und Geburtsdatum zum Schutz des Käufers verhindert eine missbräuchliche Vervielfältigung.
Jede print@home-Eintrittskarte berechtigt zum einmaligen Einlass nur in Zusammenhang mit einem gültigen Ausweis.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an unseren telefonischen Kartenverkauf (0711. 20 20 90, Mo – Fr 10-20 Uhr, Sa 10-18 Uhr).

print@home-Eintrittskarte = Fahrausweis
Ihre print@home-Eintrittskarte gilt ohne Aufpreis als Fahrkarte für  den öffentlichen Nahverkehr im VVS und wird automatisch auf der print@home-Eintrittskarte mit angedruckt. Bitte beachten Sie die notwendige Personalisierung während des Buchungsvorgangs.
Späteinlass
kann für bestimmte Vorstellungen ausgeschlossen sein. Unser telefonischer Kartenservice (0711. 20 20 90, Mo – Fr 10-20 Uhr, Sa 10-18 Uhr) gibt Ihnen gerne Auskunft!
Bezahlung
Mit Kreditkartenzahlung (VISA, Master, AMEX) oder per Bankeinzug/SEPA-Lastschriftverfahren (Nicht bei Neukunden. In diesem Fall wenden Sie sich bitte an den telefonischen Kartenservice [0711. 20 20 90] ).
Rückgaben / Umtausch
Wir bitten Sie, vor dem Aktivieren der zahlungspflichtigen Bestellung Ihre Angaben genau zu prüfen, da Eintrittskarten und Gutscheine weder zurückgenommen noch umgetauscht werden können.

Technische Anforderungen / Hinweise und Datenschutz
Noch Fragen? 0711. 20 20 90
Mo – Fr 10-20 Uhr, Sa 10-18 Uhr
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Informationen
Opernhaus
Wieder im Repertoire:
08. Mai 2016

Eine Übernahme vom Anhaltischen Theater Dessau und dem Deutschen Nationaltheater Weimar
Dauer
I. und II. Akt: ca. 1 Std. 20 Min.
Pause (nach dem II. Akt): ca. 25-30 Min.
III. bis V. Akt: ca. 1 Std. 35 Min.
Aufführungen, Besetzung, Kartenverfügbarkeit
Mai 2016
08.05.2016 19:00 - 22:30 Uhr | Besetzung
9 / 15 / 21,50 / 32 / 42 / 53 / 65 / 78 / 91 € / E
12.05.2016 19:00 - 22:30 Uhr | Besetzung
9 / 20 / 29,50 / 39 / 48 / 60 / 72 / 84 € / D
26.05.2016 18:00 - 21:30 Uhr | Besetzung
9 / 20 / 29,50 / 39 / 48 / 60 / 72 / 84 € / D
30.05.2016 19:00 - 22:30 Uhr | Besetzung
9 / 20 / 29,50 / 39 / 48 / 60 / 72 / 84 € / D
Juni 2016
04.06.2016 19:00 - 22:30 Uhr | Besetzung
9 / 15 / 21,50 / 32 / 42 / 53 / 65 / 78 / 91 € / E
07.06.2016 19:00 - 22:30 Uhr | Besetzung
9 / 20 / 29,50 / 39 / 48 / 60 / 72 / 84 € / D
12.06.2016 18:00 - 21:30 Uhr | Besetzung
9 / 15 / 21,50 / 32 / 42 / 53 / 65 / 78 / 91 € / E
Besetzung Mai 2016 - Jun 2016
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Musikalische Leitung: Simon Hewett, Regie: Andrea Moses, Bühne und Kostüme: Christian Wiehle, Video: Niklas Ritter, Chor und Kinderchor: Johannes Knecht, Dramaturgie: Thomas Wieck, Moritz Lobeck

Fürst Iwan Chowanskij: Askar Abdrazakov, Fürst Andrej Chowanskij: Mati Turi, Fürst Wassilij Golizyn: Matthias Klink, Schaklowityi: Ashley David Prewett, Dossifej: Mikhail Kazakov, Marfa: Marina Prudenskaya, Ein Schreiber: Daniel Kluge, Emma: Michaela Schneider, Susanna: Catriona Smith, Kuska: Thomas Elwin, Warssonofjew: Eric Ander, Erster Strelitze: Daniel Kaleta, Matthias Nenner, Zweiter Strelitze: Saša Vrabac, Tommaso Hahn, Mit: Staatsopernchor Stuttgart, Kinderchor der Oper Stuttgart, Staatsorchester Stuttgart, Statisterie der Oper Stuttgart

Chowanschtschina

Chowanschtschen-Brut

von Modest P. Mussorgskij
In russischer Sprache mit deutschen Übertiteln


»Ich aber will kein gedüngtes Land beackern, sondern ich lechze nach Neuland …« Mit diesen Worten kündigte Mussorgskij 1872 den Beginn seiner Arbeit an einem »musikalischen Volksdrama« an. Der »Durst nach Neuland« ist nicht nur künstlerisches Programm, denn: »der Polizeidienst lebt fort, und das Spitzeltum blüht … nur die Zeit hat sich verändert«. Die sinfonische Einleitung zu dieser Oper, »Morgendämmerung und Sonnenaufgang auf dem Roten Platz« klingt wie das Versprechen einer von diktatorialen Gewaltstrukturen befreiten Welt. Dabei wollte er die Ursachen für die tiefe gesellschaftliche Krise seiner Zeit im historischen Vorgang, das „Gegenwärtige im Vergangenen“ entdecken. Dieses Ziel verfolgt auch Regisseurin Andrea Moses in ihrer Stuttgarter Inszenierung. Optisches und szenisches Zentrum der Inszenierung ist der Rote Platz in Moskau, mehrfach übermalt von den wechselnden Machthabern Russlands, Platz der herrschaftlichen Aufmärsche einst und jetzt, der spontanen Erhebungen und ihrer brutalen Niederschlagung, der sektiererischen Verkündigungen, öffentliche Hinrichtungsstätte und zugleich bedeutendster Marktplatz und urbane Informationsbörse im Schutz und Schatten des Kreml.

Mussorgskij hat sein musiktheatralisches Vermächtnis nicht mehr vollenden können. Dmitri Schostakowitsch hat die Partitur orchestriert, die Schlussszene ergänzte kein Geringerer als Igor Strawinsky. Mussorgskijs große Choroper ist erstmals in Stuttgart zu erleben.


Zur Tagung über Mussorgskijs Oper Chowanschtschina (Sonntag, 12. Juni 2016, Opernhaus)

NACH(T)GESPRÄCHE

Die Regisseure, Dramaturgen, Sänger und Dirigenten der Produktion beantworten Fragen der Zuschauer. Wir freuen uns auf Ihren Einspruch, Zuspruch und Widerspruch!
  • Samstag, 4. Juni 2016

EINFÜHRUNG

Eine Einführung zum Stück findet vor jeder Vorstellung jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Opernhaus, Foyer I. Rang statt.

LIBRETTO CHOWANSCHTSCHINA -
NEUÜBERSETZUNG ERSCHIENEN

Zur Premiere von Chowanschtschina ist jetzt das Libretto in der wörtlichen Neuübersetzung von Dmitry Kunyaev und Sergio Morabito erschienen.

VORTRAG: DER STRELITZEN-AUFSTAND 1682

Prof. Heinz-Dietrich Löwe, em. Professor für Osteuropäische Geschichte an der Universität Heidelberg, zum historischen Hintergrund der Oper Chowanschtschina.
Bildergalerie
PRESSESTIMMEN

PRESSESTIMMEN

zur Premiere am 23.11.2014
Opernnetz, 24.11.2014
Über die Aufführung:
„Das Publikum zeigt sich beeindruckt und begeistert von diesem großen russischen Werk. Viel und langanhaltender Applaus für die Sänger, Dirigat und Orchester.“
„Ein Fest der Stimmen“ von Helmut Pitsch
Stuttgarter Nachrichten, 25.11.2014
Über den Staatsopernchor:
„[Chor und Extrachor der Oper] präsentieren sich an diesem Abend in Bestform. Mussorgskys farbige Chorsätze, sein authentisches und künstlich hergestelltes russisches Volksgut klingen aus den Kehlen dieser Sänger extrem klar, gebündelt und geradezu idiomatisch; vor allem der Männerchor beweist höchste Strahlkraft. Wer noch nicht wusste, wie außerordentlich dieses Kollektiv ist, der kann es in ‚Chowanschtschina‘ hören.“

Über die Sänger:
Christianne Stotijn verleiht er schillernden Marfa nicht nur sängerisch, sondern auch darstellerisch eine Fülle von Gefühlsfarben, Matthias Klink gibt den glatten Fürsten Golizyn […] mit klarer Höhe und nuanciertem Spiel, und Mikhail Kazakov macht mit seinem prägnanten Bass den Dossifej zu ebenjener zwielichtigen Figur, als die Andrea Moses den Führer der Altgläubigen zeichnet.“
„Russische Seelenschau“ von Susanne Benda
Südwest Presse Ulm, 25.11.2014
Über die Regie:
„Der Regie gelingt da ein Kunststück: eine opulente Ausstattungsoper mit viel Volksgetümmel, Massenszenen und einem Mord auf offener Bühne.“

Über Dirigat und Regie:
„Hier sphärische Streicher, dort urgewaltig wummernde Bässe – Hewett entfaltet einen tollen Soundtrack zur russischen Historie. Und die Regie geht bezugsreich, bilderhaft und klischeearm zu Werke.“

Über die Sänger:
„Heraus ragen die russisch grundierten Stimmen: Mikhail Kazakov vom Moskauer Bolshoi zeichnet seinen Priester Dossifej als zwielichtigen Fanatiker mit machtvollem Bass, Askar Abdrazakov vom Petersburger Mariinsky gibt seinen Strelitzenführer Iwan Chowanskij als Haudegen mit imposanter Stimme.“
„Der Bär erträgt alles“ von Otto Paul Burkhardt
Eßlinger Zeitung, 25.11.2014
Über Ashley David Prewett als Schaklowityi:
„Ashley David Prewett singt die Partie bravourös: mit wahrhaft erlesenem, so kantablen wie markantem und farbenreichen Bariton.“
„Unheilige Dreifaltigkeit“ von Martin Mezger
SWR2 "Journal am Mittag", 24.11.2014
Über das Dirigat:
„Simon Hewett am Dirigentenpult bleibt weder den […] lyrischen Momenten etwas schuldig, noch den martialischen Klangeruptionen der von Schostakowitsch faszinierend instrumentalisierten Partitur.“
Rezension von Rainer Zerbst

HANDLUNG

CHOWANSCHTSCHINA

Ende des 17. Jahrhunderts steckt Russland in einer schweren Staatskrise. Nach dem Tod des Zaren Fjodor III. werden seine, zwei verfeindeten Lagern angehörenden, minderjährigen Halbbrüder Iwan und Peter auf den Thron gesetzt, während ihre ältere Schwester Sofia als Regentin herrscht. Sie verfolgt – gestützt von ihrem Günstling Golizyn – einen europäisch orientierten Reformkurs und versichert sich zugleich der Unterstützung  durch die traditionalistisch ausgerichteten, überwiegend altgläubigen Strelitzen, die sich gegen die von der Amtskirche angestrebte Reform des altrussisch-orthodoxen Ritus stemmen.

1. Akt
Früher Morgen auf dem Roten Platz. Während sich die ersten Händler einfinden, werden die Opfer eines Strelitzen-Massakers beseitigt. Die Strelitzen haben in der Nacht gegen die Moskauer Bojaren gewütet, die sie für den drohenden Verlust ihrer Privilegien verantwortlich machen.

Dem Marktschreiber diktiert ein unbekannter vornehmer Bojar einen Brief an Sofia, in dem er die Strelitzenführer Chowanskij – Vater Iwan und Sohn Andrej – denunziert, selbst nach der Krone greifen zu wollen.

Das Volk stöhnt und klagt unter den bürgerkriegsähnlichen Zuständen.

Ist Iwan Chowanskij der neue, Ordnung und Frieden versprechende Herrscher? Immerhin paradiert er schon durch Moskau und das Volk jubelt ihm zu.

Sein Sohn Andrej jagt hinter Emma, einem deutschen Mädchen her. Marfa, Andrejs verlassene Geliebte, beschützt die Hilflose. Doch auch der Vater Andrejs begehrt die Deutsche und befiehlt seinem Sohn, sie ihm auszuliefern. Der altgläubige Priester Dossifej unterbricht den Streit und übergibt Emma der Obhut seiner Vertrauten Marfa. Dossifej versammelt seine Anhänger im Gebet, um sie zu rüsten für ihre Suche nach einem neuen Reich, jenseits der realen Herrschaft von Amtskirche und zaristischer Selbstherrschaft.

2. Akt
Der Karriere-General Golizyn wägt seine Chancen ab. Kann er dem Liebes-Versprechen Sofias trauen? Oder soll er sich doch lieber andere Verbündete suchen? Aufschluss erhofft er von der wahrsagenden Marfa. Sie prophezeit ihm das Scheitern all seiner Pläne. Damit diese Weissagung nicht öffentlich wird, befiehlt Golizyn Marfas Ermordung.

Statt eine Allianz zu schmieden, begleicht Golizyn mit Iwan Chowanskij alte Rechnungen. Dossifej mahnt die sich gegenseitig provozierenden Herren, sich um die Rettung Russlands zu bemühen, derweil seine Anhänger, alten Brauch und alte Sitte verkündend, missionierend durch Moskau ziehen.

Die Stadt scheint den Altgläubigen und den Strelitzen zu gehören. Da klagt die entronnene Marfa Golizyn des Mordversuchs an, gefolgt von Schaklowityi, dem unbekannten Denunzianten vom Roten Platz, der mit einer niederschmetternden Nachricht in die Verschwörerrunde tritt: Zar Peter habe Kenntnis von den Umsturzplänen und werde die „Chowanschtschina“ umgehend zerschlagen.

3. Akt
Marfa sondert sich von den missionierenden Altgläubigen ab. Selbstvergessen gibt sie sich ihrer Sehnsucht nach Andrej hin. Ihre Klage entsetzt die lauschende Mitschwester Susanna, die sich in wüste Drohungen hineinsteigert. Dossifej nimmt seine Vertraute in Schutz, ohne ihr einen Weg aus ihrer Herzensnot weisen zu können. So sieht Marfa nur noch einen Gang vor sich: Sie wird sich im Feuertod reinigen.

Schaklowityi dient einem einzigen Ziel: Krone, Kreuz und Schwert in der Hand des Alleinherrschers Peter zu vereinigen.

Andrej streunt mit einer angetrunkenen Bande von Strelitzen quer durch die Stadt auf der Suche nach der verschwundenen Emma. Die Strelitzenfrauen stellen sich ihren enthemmten Männern in den Weg. Durch den alten Brauch des Gerichtsspiels vom bösen Weib „Verleumdung“ soll der Zerfall der Sitten gebannt, die Gemeinschaft wiederhergestellt werden.

Der Schreiber unterbricht das Spiel. Im Auftrag Schaklowityis will er die Strelitzen mit einer Falschmeldung über ein durch Peters Truppen verübtes Massaker zum erneuten Waffengang provozieren. Die Strelitzen vertrauen dem Schreiber nicht ungeprüft. Sie wenden sich an ihren Führer. Iwan Chowanskij ergibt sich dem Walten der unsichtbaren Zarenmacht: „Geht in Eure Häuser. Erwartet den Spruch des Schicksals“.

4. Akt
Iwan Chowanskij sucht im privaten Genuss Vergessen. Schaklowityi will ihn unter einem Vorwand aus dem Haus locken. Iwan spürt die Gefahr. Schaklowityi bringt den Zögernden kurzerhand um.
Moskau ist endgültig in den Händen von Zar Peter.

Golizyn entzieht sich seiner Verbannung. Dossifej entscheidet sich gemeinsam mit Marfa und seinen Getreuen zum Gang in den Feuertod. Andrej ruft seine Strelitzen zum Kampf – zu spät: diese sind längst gefangen und werden zur Hinrichtung auf dem Roten Platz geführt. Sie sollen von ihren eigenen Frauen geköpft werden. Ein Sendbote des Zaren Peter bringt in letzter Sekunde die Begnadigung. Das Volk von Moskau lernt die Handschrift des neuen Herren lesen.

5. Akt
Die Altgläubigen beenden ihren irdischen Weg.

VIDEO ZUR INSZENIERUNG


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© Werksbild / Norbert Goldhammer
KURZFILM

© Video Tobias Dusche © Foto: A.T. Schaefer