Sergio Morabito

Dramaturg und Regisseur

Sergio Morabito, geboren in Frankfurt am Main, übernahm bereits während des Studiums der Angewandten Theaterwissenschaft in Gießen Regie- und Dramaturgie-Hospitanzen und -Assistenzen an der Oper Frankfurt, u.a. beim Frankfurter Ring unter Gielen/Berghaus/Manthey/Zehelein. An der Oper Stuttgart inszenierte er mit Jossi Wieler u.a. L’italiana in Algeri, Alcina, L´incoronazione di Poppea, Siegfried, Norma, Moses und Aron, La Juive sowie Katja Kabanova. Ihre Alcina war zudem bei den internationalen Festivals in Budapest und Edinburgh, sowie an den Opernhäusern von San Francisco und Lyon zu Gast. Ihre Inszenierung von Ariadne auf Naxos bei den Salzburger Festspielen 2001 wurde zur „Aufführung des Jahres“ gekürt, ebenso ihre in San Francisco und Stuttgart 2004/5 erarbeitete Inszenierung von Busonis Doktor Faust. Ihre Stuttgarter Alceste erhielt diese Auszeichnung 2006 und ihre Stuttgarter Sonnambula 2012. Sergio Morabito leitete Neueinstudierungen der Stuttgarter Norma 2005 an der Novaya Opera in Moskau und 2014 am Teatro Massimo in Palermo; 2017 wurde die Inszenierung ans Grand Théâtre de Génève übernommen. Die für die Staatsoper Hannover erarbeitete Debussy-Oper Pelléas et Mélisande gastierte bei den Wiener Festwochen und beim Edinburgh International Festival und wurde ins Repertoire der Oper Stuttgart übernommen. An der Nederlandse Opera Amsterdam zeigten Wieler und Morabito Mozarts Lucio Silla und einen Mozart/Da Ponte-Zyklus. Für die Salzburger Festspiele 2008 erarbeiteten sie Dvořáks Rusalka, eine Inszenierung, die 2012 vom Royal Opera House Covent Garden und 2013 vom Grand Théâtre de Genève übernommen wurde. Ihr Ballo in maschera an der Staatoper unter den Linden Berlin 2008 ging 2014 auch an die Canadian Opera Company Toronto. Im Jahre 2013 übernahm die Semperoper Dresden ihre Stuttgarter Produktion von La Juive. Wieler und Morabito wurden 2002 und 2012 zum „Regieteam des Jahres“ gewählt und erhielten 2006 und 2012 den Deutschen Theaterpreis DER FAUST für die Inszenierungen von Busonis Doktor Faust und des Schönberg/Janáček-Doppelabends Die glückliche Hand/Schicksal (Osud). Morabito publizierte zahlreiche Beiträge in Fachzeitschriften, Sammelbänden und Programmheften, lehrte an theater- und literaturwissenschaftlichen Studiengängen der Universitäten Frankfurt, Leipzig und Stuttgart sowie beim Territoria-Festival Moskau und ist Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. 2011 veröffentlichte er gemeinsam mit Wieler und dem Fotokünstler A. T. Schaefer das „Bilder-Lese-Buch“ OPER. Seit 2011/12 ist er Chefdramaturg im Leitungsteam der Oper Stuttgart, beide inszenieren hier seither exklusiv zwei Opernproduktionen pro Saison, die immer wieder mit Preisen ausgezeichnet werden; so erhielt ihre Inszenierung von Edison Denisovs Der Schaum der Tage den International Djaghilev Award 2013 als Beste Opernproduktion, die ebenfalls gemeinsam mit Wieler inszenierte Berenike, Königin von Armenien von Nicolo Jommelli wurde 2014 zur „Ausgrabung des Jahres“. In der Spielzeit 2015/16 folgten die Neuinszenierungen von Beethovens Fidelio und von Bellinis Die Puritaner. 2016/17 inszenierte das Regieduo Händels Ariodante und Tschaikowskys Pique Dame. In ihrer letzten gemeinsamen Stuttgarter Spielzeit, in der sie auf 25 Jahre gemeinsame Musiktheaterarbeit zurückblicken, widmen sie sich Donizettis Don Pasquale und der Uraufführung von Hosokawas/Beyers Erdbeben.Träume.
2018 wurde Sergio Morabito Ehrenmitglied der Württembergischen Staatstheater.