Les Contes d'Hoffmann

Hoffmanns Erzählungen

von Jacques Offenbach
Phantastische Oper in drei Akten, einem Vor- und Nachspiel
Libretto von Jules Barbier
in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Von Jacques Offenbach heißt es, er habe auf Soiréen gern nur mit einem Pelzmantel bekleidet Cello gespielt. Ob das wahr ist oder nur gut erfunden, ist nicht ganz klar. Es könnte aber durchaus ein Einfall E.T.A. Hoffmanns sein, in dessen surrealen Szenerien es immer wieder um den Einbruch des Phantastischen als Spiegel des Irrsinns im Alltag ging. „Ich denke mir mein Ich durch ein Vervielfältigungsglas – alle Gestalten, die sich um mich herumbewegen, sind Ichs, und ich ärgere mich über ihr Tun und Lassen“, gestand E.T.A. Hoffmann. Der gefeierte lyrische Tenor Atalla Ayan debütiert als Hoffmann unter dem Dirigat von Marc Piollet. Olga Busuioc und Beate Ritter verkörpern die drei obskuren Objekte der Begierde.
Koproduktion der Oper Stuttgart und des Teatro Real Madrid
Ort
Opernhaus
Dauer
I./II. Akt: ca. 1 h 20 min
Pause: ca. 25 min
III. Akt: ca. 55 min
Pause: ca. 25 min
IV./V. Akt: ca. 45 min
Uraufführung
1881 in Paris

Premiere dieser Produktion
2016
Altersempfehlung
ab Klasse 9
Jan 19
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schlossgarten 6, 70173 Stuttgart

Mi
30
19:00 - 23:00
9 / 15 / 21,50 / 32 / 42 / 53 / 65 / 78 / 91 € / E
Besetzung
Feb 19
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schlossgarten 6, 70173 Stuttgart

Fr
8
19:00 - 23:00
9 / 18 / 27 / 41 / 54 / 67 / 83 / 100 / 116 € / G
Besetzung
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schlossgarten 6, 70173 Stuttgart

Do
14
19:00 - 23:00
9 / 15 / 21,50 / 32 / 42 / 53 / 65 / 78 / 91 € / E
Besetzung
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schlossgarten 6, 70173 Stuttgart

So
17
18:00 - 22:00
Besetzung
Musikalische Leitung Marc Piollet
Regie Christoph Marthaler
Regie-Mitarbeit Joachim Rathke
Bühne und Kostüme Anna Viebrock
Licht Olaf Winter
Choreografie Altea Garrido
Chor Manuel Pujol
Dramaturgie Malte Ubenauf
Hoffmann Atalla Ayan
Nicklausse Rachael Wilson
Lindorf / Coppélius / Dapertutto / Miracle Adam Palka
Olympia Beate Ritter
Antonia / Giulietta Olga Busuioc
Stella Altea Garrido
Stimme der Mutter Maria Theresa Ullrich
Nathanaël Moritz Kallenberg
Spalanzani Graham F. Valentine
Hermann Paweł Konik
Schlemihl Andrew Bogard
Luther / Crespel Matthew Anchel
Andrès / Cochenille / Pitichinaccio / Frantz Kai Kluge
Staatsopernchor Stuttgart, Staatsorchester Stuttgart
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schlossgarten 6, 70173 Stuttgart

So
24
14:00 - 18:00
Besetzung
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schlossgarten 6, 70173 Stuttgart

Do
28
19:00 - 23:00
Besetzung
Mär 19
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schlossgarten 6, 70173 Stuttgart

Fr
8
19:00 - 23:00
Besetzung
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schlossgarten 6, 70173 Stuttgart

Mo
11
19:00 - 23:00
Besetzung
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schlossgarten 6, 70173 Stuttgart

Mi
13
19:00 - 23:00
Besetzung
Das Stück in Kürze
Während der Künstler Hoffmann auf die leidenschaftlich geliebte Stella wartet, deren Gunst ihm allerdings von einem Gegenspieler streitig gemacht wird, erzählt er von den obskuren Objekten seiner Begierde – von Olympia, dem Automaten, von Antonia, der sterbenskranken Sängerin und von Giulietta, der Kurtisane. Nach dem immer gleichen Muster scheitert Hoffmann in seinen Liebesgeschichten. Und Stella, Olympia, Antonia und Giulietta verschwimmen zu einem Zerrbild der Liebe.
Handlung
1. AKT - PROLOG
Die Muse wartet an der Bar auf ihren Protegé, den Künstler Hoffmann. Dieser leidet unter einer Lebenskrise: Es fehlt ihm an Inspiration, zudem quält ihn seine Leidenschaft für die Sängerin Stella, aus deren Gunst ihn sein Gegner Lindorf zu verdrängen sucht. Die Muse will Hoffmann von der Leidenschaft für Stella abbringen und nimmt sich vor, ihn in Gestalt seines Freundes Niklas zu begleiten und zu beschützen. Hoffmann erscheint. Von anderen Besuchern dazu gedrängt, singt er das Chanson vom Wechselbalg „Klein Zack“. Doch im Singen schweifen seine Gedanken ab und ihm erscheinen die Gestalten dreier geliebter Frauen.
2. AKT - OLYMPIA
Der Physiker Spalanzani präsentiert sein neuestes Objekt: Sein menschengleicher Automat „Olympia“, den er als seine Tochter vorstellt. Vom Glashändler Coppelius, der Olympias Augen hergestellt hat, erhält der in Olympia verliebte Hoffmann eine magische Brille. Diese verhindert, dass er die Künstlichkeit Olympias erkennt – obwohl Niklas versucht, ihn zu warnen. Erst als die Situation außer Kontrolle gerät, nimmt Hoffmann die Brille ab und erkennt seinen Irrtum. Coppelius, der von Spalanzani finanziell übervorteilt wurde, rächt sich, indem er Olympia beseitigt.

Pause
3. AKT - ANTONIA
Antonia sehnt sich nach Hoffmann, aber ihr Vater Krespel hat ihr die Beziehung verboten. Sie musste ihm auch versprechen, nicht mehr zu singen. Antonia hat die Leidenschaft für den Gesang von ihrer kürzlich verstorbenen Mutter geerbt. Krespel ist sich sicher, dass das Singen die Erkrankung seiner Frau verursacht hat. Er befürchtet, dass auch Antonia sterben könnte, und versucht daher, sie vor der Gesellschaft zu verstecken. Hoffmann findet Antonia wieder. Krespel überrascht sie beim Singen des sie verbindenden Liebeslieds. Heimlich belauscht Hoffmann ein Gespräch zwischen Krespel und dem unheimlichen Doktor Mirakel. Er erfährt von Antonias Krankheit. Hoffmann bittet Antonia, das Singen aufzugeben, was diese ihm verspricht. Als sie aber von Mirakel und der Stimme ihrer toten Mutter gedrängt wird, ihrer Leidenschaft nachzugeben, entscheidet sie sich für das Singen und gegen die Liebe.

Pause
4. AKT - GIULIETTA
Die Kurtisane Giulietta hat im Auftrag des zwielichtigen Dapertutto Schlemihl überredet, ihr seinen Schatten zu überlassen. Nun soll sie den traumatisierten Hoffmann seines Spiegelbilds berauben, wofür Dapertutto sie mit Diamanten zu bezahlen verspricht. Niklas und Giulietta singen von der Vergänglichkeit der Liebe, Hoffmann antwortet mit einem zynischen Trinklied. Schlemihl beobachtet eifersüchtig Giuliettas Annäherungen an Hoffmann, und wie dieser sie zunehmend erwidert. Als Schlemihl Hoffmann die Herausgabe des Schlüssels zu Giuliettas Kammer verweigert, bringt dieser ihn um. Verstört händigt Hoffmann Giulietta sein Spiegelbild aus.
5. AKT - EPILOG
Hoffmann kann Stella nicht mehr von Olympia, Antonia und Giulietta unterscheiden. Er erzählt das Märchen von Klein Zack zu Ende, bevor er das Bewusstsein verliert.
„Ein großer Abend für das gesamte Team – und das applausfreudige Publikum.“

„Der Abend schmeckt mehr brut als sec“ von Volker Oesterreich
Rhein-Neckar-Zeitung
21.03.2016
„[Offenbachs] vertrackte ‘Hoffmanns Erzählungen‘ [sind] in Stuttgart beides: kulinarischer Genuss und ‚kunstvolle‘ Herausforderung.“

„Vergebliche Liebe als Kunstausstellung“ von Sven Ricklefs
BR-KLASSIK
22.03.2016
Christoph Marthaler und Anna Viebrock lassen das alles ganz wunderbar in der Schwebe, finden absurd komische Bilder und zeigen ‚Hoffmanns Erzählungen‘ als im gewissen Sinn durchtriebenes Stück, das den Zuschauer hinters Licht führt, mit begeisternden Chören, süßen Melodien und Harfenklang, dem man sich nur schwer entziehen kann.“

„Köstliche Marthaler-Momente“ von Karsten Umlauf
SWR2 "Kulturthema"
21.03.2016
Ana Durlovski setzte […] als Olympia Glanzpunkte. Szenenapplaus und ‚Bravo‘-Rufe gab es am Ende auch für ihre Mitstreiterinnen als Hoffmann-Liebschaften Antonia (Mandy Fredrich) und Giulietta (Simone Schneider). Von diesen drei Frauen träumt Hoffmann, dessen Fantasiewelt Tenor Marc Laho mimisch und stimmlich kraftvoll zeichnete.“

„Christoph Marthaler entzückt mit Stuttgart-Debüt“ von Ulf Mauder
dpa
20.03.2016
„Riesenjubel, kein Widerspruch.“

 „[…] Marc Laho (Hoffmann) [ist] ein Muster französischen Singens: absolut wortbewusst und auch in den permanenten tenoralen Höhentouren unangefochten. Als sein Gegenspieler in viererlei Gestalt erhärtet der markige und gescheit phrasierende Bassbariton Alex Esposito, dass er vom weltweit beschäftigten Leporello in dramatischere Sphären aufzubrechen gewillt ist. Betont individuell und auf bemerkenswertem Niveau präsentieren sich die Geliebten des Dichters, die sich zu seinem Frauenbild vereinen. Ana Durlovski mit brillantem Koloratur-Esprit als Puppe Olympia, Mandy Fredrich mit feinem, dabei steigerungsfähigem lyrischem Sopran als Antonia und Simone Schneider mit angemessen fülligem und sinnlichem Sopran als Giulietta. Eine Mittelpunktgestalt ist auch bei Marthaler die Muse: souverän, wie Sophie Marilley die Aufgabe schultert.“ 

„Der Tote auf dem Billardtisch“ von Heinz W. Koch
Badische Zeitung
22.03.2016
„Eine Seelenwelt: mit dem verlorenen Turnschuhträger Hoffmann, den Marc Laho mit schön französischem Heldentenor-Timbre verkörpert […]; mit der stets ihn engelsgleich antreibenden Muse, schlau und bezwingend gesungen von Sophie Marilley; mit dem teuflischen Gegenspieler Lindoro/Coppelius/Mirakel/Dapertutto, den Alex Esposito so frostig, aasig wie heißglühend ins Spiel bringt.“

Sylvain Cambreling gelang mit dem Staatsorchester ein starker Abend: mit viel Esprit, elanvoll hingepinselten Klangfarben, mit Präzision und Temperament.“

„Zucken und singen“ von Jürgen Kanold
Südwest Presse
21.03.2016
„Das Team um Marthaler und Cambreling hat auf ganzer Linie gesiegt.“

„Trotz all des surrealen Beiwerks, mit dem Marthaler in Stuttgart seine köstlichen und unverkennbaren Marken setzt, ist hier eine überaus stringent und klar erzählte Produktion gelungen.“

„Inspiration mit Achselschweiß“ von Elisabeth Schwind
Südkurier
22.03.2016
„Ein vital agierendes, unter Sylvain Cambrelings detailsicherer Leitung beglückendes Staatsorchester [bietet] eine ebenso klare Basis wie der bejubelte Staatsopernchor.“

„Wenig Hoffnung“ von Ulrich Enzel
Heilbronner Stimme
22.03.2016
„Das Spiel mit den Geschlechtergrenzen wiederum setzt sich fort in der Doppelgestalt des Dichterfreundes Niklas und der Muse. Das hat zwar eine lange Tradition bei dieser schillernden Figur; doch der wunderbar dezent und präzise gestaltenden Mezzosopranistin Sophie Marilley gelingt die Quadratur: Sie verkörpert in ihrer abwechselnd zugewandten und abweisenden Haltung gegenüber Hoffmann die Zwiegesichtigkeit einer Muse, die längst nicht mehr nur Projektionsfläche männlicher Wunschvorstellungen sein will.“


„Die spinnen, die Musen“ von Christian Wildhagen
Neue Zürcher Zeitung
29.03.2016
Ana Durlovski [singt Olympias] hohe Töne und Verzierungen so perfekt, so schön und so wirkungsvoll, dass sie dafür unter allen Sängern den lautesten Beifall erhält.“

Torsten Hofmann [gibt] mit seinem schlanken Tenor eine ideale Besetzung für Offenbachs Dienerfiguren [ab].“

„Mit Hingabe und schönen Farben [singt] Sophie Marilley als Muse.“

Mandy Fredrich als Antonia und vor allem die als Giulietta wieder sehr facettenreich und mit viel Strahlkraft gestaltende Simone Schneider [singen] mit Kunst und Hingabe.“

„Grau ist das neue bunt“ von Susanne Benda
Stuttgarter Nachrichten
21.03.2016
„Musikalisch ein Genuss, optisch ein Erlebnis. […] Definitiv […] eine Oper zum Zweimal-Sehen, zum Nicht-Satt-Sehen-Können.“

„In Stuttgart ist der Opernchor schon Grund genug, das Haus zu besuchen. Auch diesmal wieder: runder Klang mit optimaler Balance zwischen den einzelnen Stimmgruppen. Den Solisten ist großes Schauspiel zu attestieren. Wie sich Alex Esposito durch gleich vier Bösewicht-Rollen nacheinander mimt, ist eine Freude. […] Auch stimmlich ist der Bariton mit seinem kräftigen Timbre die richtige Besetzung. Ihm gegenüber steht Marc Laho als Hoffmann, der mit klarem, auch mal weichem Tenor die Hauptpartie gestaltet. […] Auch dabei: eine wunderbare Sophie Marilley mit beinahe unauffälliger Klangschönheit.“

„Große Kunst zwischen Billiardtischen“ von Rebekka Sambale
DIE RHEINPFALZ
26.03.2016
Über Inszenierung, Ausstattung und Orchester:
„Mit Hilfe eines Chores, der seine exakten Einsätze mit Genauigkeit in den Aktionen bündelt, mit Tänzern, die sich aus dem Tableau lösen, um zu surrealer Bildästhetik zu finden, und mit einer Personage, in der wir Protagonisten aus Literatur, bildender Kunst und Philosophie entdecken, entsteht ein optisches Gesamtkunstwerk, das Sylvain Cambreling mit dem Staatsorchester klangschön, farbenreich, ohne Scheu vor dem Grotesken und kleinen, auf dem Manuskriptstudium basierenden Veränderungen adäquat ergänzt.“

Über die Besetzung:
Marc Laho und Sophie Marilley veredeln die Produktion als Hoffmann und Muse ebenso wie Ana Durlovski (Olympias) mit Koloraturpracht und Spielintensität ebenso wie Mandy Fredrich (Antonia), die man bereits in Bregenz feiern konnte.“
Vorarlberger Nachrichten
21.03.2016
Marc Laho gibt einen strahlenden Hoffmann, souverän in der Intonation, differenziert in den Gefühlsschattierungen. Ana Durlovski als Olympia, Mandy Friedrich als Antonia und Simone Schneider als Giulietta überbieten einander nicht nur stimmlich, sondern auch schauspielerisch […] und Sophie Marilley als Muse/Niklas steht ihnen in nichts nach. Den Baritonpart von Lindorf/Coppelius/Mirakel und Dapertutto gestaltet Alex Esposito als vollwertige geheimnisvolle Gegenfigur zu Hoffmann. Den Wirt Luther […] singt der formidable Roland Bracht.“

„Eine Liebesheirat“ von Thomas Rothschild
faustkultur.de
21.03.2016
„Im großen Ensemble beeindruckt vor allem der […] faszinierend erzene Bass von Roland Bracht, mit dem er den Sorgen und Ängsten des Geigenbauers Krespel um seine Tochter Antonia erschütternde Dringlichkeit verleiht und nebenbei in den Rahmenakten noch den Kellermeister Luther ausfüllt. Maria Theresa Ullrich tritt als tote Mutter […] leibhaftig in Erscheinung und ergänzt das bis zum Exitus der Tochter gesteigerte Terzett mit klangvoller Mezzo-Emphase. In den Episodenrollen der Studenten vertreten Thomas Elwin als Nathanael mit qualitätsvollem lyrischem Tenor, Dominic Große als Hermann mit präsentem Bariton und Eric Ander als Schlemihl mit klarem Bass das Opernstudio des Hauses als ehemalige bzw. aktuelle Mitglieder auf engagierte Weise.“

„Surrealismus mit Fernbedienung“ von Udo Klebes
Online Merker
22.03.2016