Ariadne auf Naxos

von Richard Strauss
Oper in einem Aufzug nebst einem Vorspiel
Libretto von Hugo von Hofmannsthal
in deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln
Erst die Tragödie, dann die Tanznummer? Oder der Tanz vorweg als Amuse-­Gueule? Der Auftraggeber verlangt von den Künstler*innen, dass beides gleichzeitig über die Bühne geht – time is money. Zum Abschluss Feuerwerk – so erklären Hofmannsthal und Strauss mit ihrem nachgelieferten Vorspiel die Melange aus Mythos und Commedia in Ariadne auf Naxos. Jossi Wieler und Sergio Morabito entschieden 100 Jahre nach der Stuttgarter Uraufführung: erst die Oper, dann das Vorspiel – als Lehrstück über das Abhängigkeitsverhältnis von Kunst und Privatwirtschaft. Diesem begegnet man am besten mit spartenübergreifender Solidarität. Simone Schneider und Diana Haller geben ihr Rollendebüt.
Ort
Opernhaus
Dauer
Oper: ca. 80 min
Vorspiel: ca. 40 min
keine Pause
Uraufführung 1912 in Stuttgart

Premiere dieser Produktion
2013
Altersempfehlung
ab Klasse 9
Jun 19
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schlossgarten 6, 70173 Stuttgart

Besetzung
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schlossgarten 6, 70173 Stuttgart

Mi
5
Besetzung
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schlossgarten 6, 70173 Stuttgart

Besetzung
Musikalische Leitung Cornelius Meister
Regie und Dramaturgie Jossi Wieler, Sergio Morabito
Bühne und Kostüme Anna Viebrock
Licht Reinhard Traub
Ariadne Simone Schneider
Bacchus David Pomeroy
Zerbinetta Beate Ritter
Harlekin Paweł Konik
Scaramuccio Heinz Göhrig
Truffaldin David Steffens
Brighella Mingjie Lei
Najade Josefin Feiler
Dryade Ida Ränzlöv
Echo Carina Schmieger
Haushofmeister N. N.
Komponist Diana Haller
Musiklehrer Michael Ebbecke
Tanzmeister Daniel Kluge
Lakai Jasper Leever
Perückenmacher Elliott Carlton Hines
Offizier Moritz Kallenberg
Staatsorchester Stuttgart
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schlossgarten 6, 70173 Stuttgart

Besetzung
https://www.staatsoperstuttgart.de Staatsoper Stuttgart Oberer Schlossgarten 6, 70173 Stuttgart

Besetzung
Handlung
DIE OPER
Während sich die von ihrem Geliebten Theseus verlassene Ariadne ihrem Schmerz hingibt, sind die drei Nymphen Najade, Dryade und Echo um Haltung bemüht. Aus unruhigem Schlaf erwachend, versucht Ariadne vergeblich, die ihr zur Qual gewordene Erinnerung an die Liebe zu Theseus abzuwehren. Dabei wird sie von einer Gruppe ehemaliger Varietékünstler beobachtet, unter ihnen Zerbinetta und Harlekin. Er möchte die Dame mit einem Liedchen aufheitern, doch er verstärkt nur Ariadnes Sehnsucht nach Hermes, dem Todesboten, der sie von der Welt befreien soll. Mit einer alten Nummer versuchen die Unterhaltungskünstler Ariadne zu trösten – vergeblich. Zerbinetta schickt die Männer weg. Sie will mit Ariadne, deren Schmerz sie aus eigener Erfahrung nachvollziehen kann, alleine sprechen. Die Nähe, die zwischen den beiden Frauen über alle sozialen Barrieren hinweg entsteht, wird von Harlekin gestört, der den anderen Männern gegenüber Zerbinettas Hörigkeit ausspielt. Die Nymphen erzählen sich das Schicksal des Jünglings Bacchus, als dieser überraschend erscheint. Er ist soeben der erotischen Verführung der Zauberin Circe mit knapper Not entronnen. Nun tritt er Ariadne zutiefst verwirrt gegenüber. Er vermutet in ihr ebenfalls eine Zauberin. Sie vermeint einen Augenblick lang, Theseus sei zu ihr zurückgekehrt, glaubt dann aber, in ihm Hermes, den erwarteten Todesboten zu erkennen.
Die durch diese Verkennung möglich gewordene Annäherung führt zur Erfahrung wechselseitiger Verwandlung: Die todesbereite Ariadne entdeckt in seinen Armen ihre erneute Liebesfähigkeit, Bacchus wird zum Mann.

DAS VORSPIEL (ALS ENDSPIEL)
Sechzehn beschäftigungslose Sänger auf der Suche nach einer Oper. Ihr Theater wurde vor vielen Jahren von einem privaten Investor aufgekauft. Dessen Sprecher versucht die Künstler dafür zu motivieren, den ökonomischen Zwängen mit gesteigerter Kreativität zu trotzen. Die von ihrer Ohnmacht gezeichneten Sänger reagieren mit Zynismus, Selbsthass, Aufbegehren, Wut, Resignation und Galgenhumor. Aus dem Gedächtnis zitieren sie ein altes Stück, das Vorspiel, in dem sie ihre eigene Situation gespiegelt sehen. In diesem Stück wird die Ariadne-Oper eines jungen Komponisten demontiert: Um deren Unterhaltungswert zu erhöhen, erzwingt der Geldgeber die Einschaltung von Tanzeinlagen. In ihrer Identifikation mit dem Anliegen des jungen Komponisten des Vorspiels stimmt die Mezzosopranistin dessen »Hymne an die Musik« an.
„Dieser Abend ist ein deutliches, kluges Statement aus Licht, Szene, Stimmen. Und Liebe.“

„Wow! 'Ariadne auf Naxos' an der Staatsoper Stuttgart“ von Jürgen Holwein
Stuttgarter Nachrichten
22.05.2013
„Tolle Stimmen, vielschichtig inszeniert. Bravo-Rufe, Jubel und langanhaltender Beifall.“

„Sprung ins Ungewisse“ von Otto Paul Burkhardt
Südwest Presse
22.05.2013
„[…] lebendiges und bewegendes, gedanken- und finessenreiches, aber nicht verkopftes Theater […].“

„Das wird (k)ein Nachspiel haben“ von Martin Mezger
Esslinger Zeitung
22.05.2013
„Dirigent Michael Schønwandt greift die szenische Stimmung auf, rückt die Partitur mit Hilfe des bestens aufgelegten Staatsorchesters und seiner exzellenten Solisten (Oboe, Klarinette, Trompete!) ins Licht einer nachromantischen Expressivität, die den Geist des frühen Schönberg, die Klangwelt vor Korngold und Schreker entbirgt.“

„Das Drama der verlassenen Frau“ von Götz Thieme
Stuttgarter Zeitung
22.05.2013
 „Michael Schønwandt [hat] eine exzellente Interpretation von Strauss‘ Kammerorchester-Partitur [parat]. […] So muss es klingen.“

„Das wird (k)ein Nachspiel haben“ von Martin Mezger
Esslinger Zeitung
22.05.2013
„Christiane Iven gibt [ihrer Ariadne] Fülle und Leuchtkraft ebenso wie Piano-Finesse und lyrische Sensibilität […].“

„Das wird (k)ein Nachspiel haben“ von Martin Mezger
Esslinger Zeitung
22.05.2013
„[Ana Durlovski] zuzuhören ist reinster Kunstgenuss.“

„Endstation Kultur“von Elisabeth Schwind
Südkurier
22.05.2013
„Königin des Abends war die Zerbinetta der Ana Durlovski.“

„Wow! 'Ariadne auf Naxos' an der Staatsoper Stuttgart“ von Jürgen Holwein
Stuttgarter Nachrichten
22.05.2013
„Stimmlich ist Erin Caves ein Bacchus ohne Fehl und Tadel, fein umgarnt sein Tenor die arme Ariadne.“

„Im Tal derVerzweiflung“ von Uwe Grosser
Heilbronner Stimme
22.05.2013
„Brillant: Heinz Göhrig, Roland Bracht, Torsten Hofmann“ (als Scaramuccio, Truffaldin und Brighella).

„Das Drama der verlassenen Frau“ von Götz Thieme
Stuttgarter Zeitung
22.05.2013