Staatsorchester Stuttgart

Im Bilde: Das Staatsorchester

Das Staatsorchester Stuttgart ist das Hausorchester und Herzstück der Staatstheater Stuttgart und feiert 2018 sein 425-jähriges Bestehen. Damit gehört es neben den Theaterorchestern in Dresden, München und Kassel zu den ältesten der Welt. Pro Saison stehen mehr als 230 Opern- und Ballettvorstellungen im Littmannbau mit dem Staatsorchester im Graben auf dem Programm. Darüber hinaus ist es mit seinen Sinfonie- und Kammerkonzertreihen in der Stuttgarter Liederhalle zu erleben, außerdem in Lunchkonzerten im Foyer der Oper. In Sitzkissenkonzerten und durch die Patenschaft für das Landesjugendorchester Baden-Württemberg engagieren sich die Musikerinnen und Musiker besonders auch für ein junges Publikum und den musikalischen Nachwuchs. 2002 wurde das Staatsorchester von der Zeitschrift Opernwelt als „Orchester des Jahres“ ausgezeichnet.

Dirigentenpersönlichkeiten wie Carlos Kleiber, Václav Neumann, Silvio Varviso, Dennis Russell Davies, Luis Antonio García Navarro, Gabriele Ferro, Lothar Zagrosek, Manfred Honeck und Sylvain Cambreling haben das Orchester in den vergangenen Jahrzehnten geprägt. Sie stehen in einer Reihe mit Ferdinand Leitner, Herbert Albert, Carl Leonhardt, Fritz Busch und Max von Schillings, die das Orchester in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts leiteten. Daneben hat das Orchester stets eine intensive Zusammenarbeit mit bedeutenden Gastdirigenten gepflegt, so u.a. mit Richard Strauss, Ernest Ansermet, Karl Böhm, John Barbirolli oder Georg Solti. Die glänzenden Namen der Gastsolisten reichen von Clara Schumann und Johannes Brahms über Claudio Arrau und David Oistrach bis hin zu Keith Jarrett, Frank Peter Zimmermann, Gidon Kremer und dem Arditti Quartet. Ab der Spielzeit 2018/19 ist Cornelius Meister Generalmusikdirektor des Staatsorchesters Stuttgart.

Das Repertoire des Staatsorchesters Stuttgart ist von jeher breit gefächert: Bereits früh hat das Staatsorchester in Opernproduktionen die Erkenntnisse der historischen Aufführungspraxis umgesetzt. Die stilistische Versiertheit drückt sich jedoch auch in einer langen Reihe bedeutender Aufführungen zeitgenössischer Musik aus, darunter Luigi Nonos Al gran sole carico d’amore und Helmut Lachenmanns Das Mädchen mit den Schwefelhölzern. Diese Tradition der Innovation reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück: Neben der deutschen Erstaufführung von Verdis Falstaff wurde in Stuttgart als einem der ersten Häuser in Deutschland der gesamte Ring des Nibelungen als eigene Produktion gegeben. Sie setzt sich fort mit der Uraufführung von Ariadne auf Naxos unter der Leitung von Richard Strauss 1912, den Uraufführungen der Einakter Paul Hindemiths 1921 und der deutschen Erstaufführung seiner Oper Mathis der Maler. Zu den Uraufführungen der vergangenen Jahrzehnte zählen Werke von Carl Orff, Krzysztof Penderecki, Philip Glass, Hans Zender, Rolf Riehm, Wolfgang Rihm, Adriana Hölszky, Gerard Pesson und Hans Thomalla sowie von Richard Ayres, Mark Andre und Helmut Lachenmann. Die Uraufführung von Toshio Hosokawas Oper Erdbeben.Träume. steht am 1. Juli 2018 auf dem Programm.
Sebastian Klein